VfL Wolfsburg in tiefer Krise: Interne Kritik an Klubkultur und Strukturen
VfL Wolfsburg: Kritik an Klubkultur und Strukturen

VfL Wolfsburg in tiefer Krise: Interne Kritik an Klubkultur und Strukturen

Nach der nächsten deutlichen Niederlage und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz offenbaren sich beim VfL Wolfsburg massive strukturelle Probleme. Die interne Kritik wird immer lauter und deutlicher, während die Zukunft von Trainer Daniel Bauer auf der Kippe steht.

„Kultur des Klubs nicht bundesligatauglich“

Nach dem 0:4 (0:3) beim VfB Stuttgart machte der angeschlagene Trainer Daniel Bauer bei DAZN erhebliche interne Probleme deutlich. „Fakt ist, dass wir viele Strukturen ändern müssen, dass die Atmosphäre, die Kultur innerhalb des Klubs aktuell auch nicht bundesligatauglich ist“, sagte Bauer ungewöhnlich offen. Er betonte, dass ein anderes Mindset in der gesamten Struktur notwendig sei.

Der Trainer sprach von einem „sehr, sehr harten Weg“ und erklärte: „Am Ende des Tages spiegelt sich schon alles so ein bisschen auf dem Platz.“ Diese Aussagen unterstreichen die Tiefe der Krise, in der sich der Verein befindet.

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Spieler schlagen Alarm

Bereits vor Bauer hatte Yannick Gerhardt, der seit zehn Jahren beim VfL unter Vertrag steht, Alarm geschlagen. Der erfahrene Mittelfeldspieler betonte ungewöhnlich offen: „Der Verein ist nicht gesund. Es ist sehr komplex.“ Gerhardt machte deutlich, dass die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität viel zu groß geworden sei.

„Es sieht sehr schlecht aus. Die Tabelle lügt gerade nicht. Der Trend ist erdrückend“, sagte Gerhardt und forderte konkrete Maßnahmen: „Wir brauchen auch nicht mehr vom Potenzial reden. Wir müssen die Spieler finden, die das irgendwie über die Linie kriegen.“

Strukturelle Probleme im gesamten Verein

Sogar Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen hatte vergangene Woche Baustellen im Klub eingeräumt und klargestellt: „Wir können nicht sagen, dass die Dinge an Daniel Bauer liegen. Es ist der ganze Verein.“ Diese Aussage unterstreicht, dass die Probleme tief in den Strukturen des Klubs verwurzelt sind.

Die aktuelle Saison entwickelt sich zur schlechtesten in der Vereinsgeschichte des VfL Wolfsburg. Mit acht Niederlagen aus den letzten 14 Spielen unter Trainer Bauer wird der Druck immer größer. Der nächste Nordduell gegen Aufsteiger Hamburger SV am Samstag wird zur Pflichtaufgabe.

Trainerfrage ungeklärt

Ob Daniel Bauer, der erst im November Paul Simonis abgelöst hatte, nach dieser Serie weiterhin das Team trainieren darf, dürfte sich am Montag entscheiden. Laut kicker-Informationen wird bereits Ex-Coach Dieter Hecking als möglicher Nachfolger gehandelt. Es soll „ernsthafte Überlegungen“ geben, ein zweites Mal in dieser Saison den Trainer zu wechseln.

Hecking arbeitete von 2013 bis 2016 schon einmal in Wolfsburg und gewann in dieser Zeit mit dem Klub DFB-Pokal und Supercup. Seine Rückkehr würde eine Rückbesinnung auf erfolgreichere Zeiten bedeuten.

Bauer selbst zeigte sich kämpferisch: „Ich bin total bereit, mein letztes Hemd dafür zu geben. Aber ich entscheide es nicht am Ende des Tages.“ Ein Ultimatum von Seiten der Verantwortlichen sei „nicht ausgesprochen worden“. Wichtig sei jetzt, „dass wir das Spiel sauber aufbereiten und die richtigen Schlüssel herausziehen“.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob der VfL Wolfsburg den Weg aus der Krise finden kann oder ob weitere personelle Konsequenzen unvermeidlich sind.

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