Video-Referees erhalten mehr Macht: Ifab plant Regelausweitung bei Ecken und Gelb-Roten Karten
Video-Referees: Mehr Macht bei Ecken und Gelb-Roten Karten

Video-Referees erhalten mehr Macht: Ifab plant Regelausweitung bei Ecken und Gelb-Roten Karten

Die Diskussionen um den Video-Schiedsrichter könnten schon bald eine neue Dimension erreichen. Statt einer Begrenzung der VAR-Befugnisse streben die internationalen Fußball-Regelhüter eine deutliche Ausweitung an. Diese Entscheidung hat potenzielle Auswirkungen auf die Bundesliga und die anstehende Weltmeisterschaft.

Die geplanten Regeländerungen im Detail

Die wichtigste Neuerung betrifft die Überprüfung von Eckbällen. Laut dem Regel-Entwurf des International Football Association Board (Ifab) soll jeder Eckball künftig auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Ziel ist es, zu verhindern, dass ein fälschlicherweise zugesprochener Eckball zu einem Tor führt. Entscheidend ist dabei, dass diese Prüfung in Echtzeit erfolgen soll, um quälend lange Unterbrechungen zu vermeiden.

Ebenfalls neu ist die geplante Überprüfung von Gelben Karten, die als zweite Verwarnung zu einer Gelb-Roten Karte und damit einem Spielausschluss führen. Allerdings gibt es keine Prüfung für erste Gelbe Karten oder ausgebliebene Verwarnungen, es sei denn, es wurde nachweislich ein falscher Spieler oder das falsche Team bestraft.

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Weitere Agenda-Punkte des Ifab

Das Ifab verfolgt das Ziel, das Spiel schneller und attraktiver zu gestalten. Dies entspricht auch der Forderung von FIFA-Präsident Gianni Infantino, der dem Gremium qua Amt angehört. Zeitspiel wird als Feind des modernen Fußballs betrachtet.

  • Die sogenannte Acht-Sekunden-Regel für Torhüter beim Abschlag soll künftig auch bei Torabstößen und Einwürfen gelten.
  • Der Schiedsrichter zeigt den Countdown mit den Fingern an, bei Verstößen erhält das gegnerische Team einen Eckball oder Einwurf.
  • Bei Auswechslungen bleiben nur noch zehn Sekunden Zeit.
  • Auf dem Spielfeld behandelte Spieler müssen eine noch festzulegende Zeitspanne warten, bevor sie zurückkehren dürfen.

Expertenmeinungen zu den Plänen

UEFA-Schiedsrichterchef Roberto Rosetti betont weiterhin die Vorteile des Video-Referees. „Wir dürfen nicht vergessen, warum der VAR eingeführt wurde. Er wurde geschaffen, um Fehler zu korrigieren“, sagte er kürzlich in Brüssel. „Die Technologie eignet sich hervorragend für objektive Entscheidungen wie Abseitsstellungen, aber bei subjektiven Entscheidungen müssen wir vorsichtig sein.“

Aus der Bundesliga kommen bisher keine kritischen Stimmen. Union Berlins Trainer Steffen Baumgart sieht den VAR trotz aller Probleme weiterhin positiv. „Wenn er gut angewendet ist, dann bringt er Klarheit und Gerechtigkeit“, so Baumgart. Sein Wunsch nach einer Challenge-Möglichkeit für Trainer bleibt jedoch unberücksichtigt.

Zeitplan und Umsetzung

Eine Ablehnung der Pläne wäre überraschend, da die Ifab-Mitglieder in der Regel den eigenen Vorschlägen folgen. Frühestens zum 1. Juni könnten die neuen Regeln in Kraft treten, was bedeutet, dass sie bereits bei der WM zur Anwendung kommen könnten. Die FIFA wird voraussichtlich zügig die Ifab-Vorgaben umsetzen.

Für die Bundesliga gilt: In der laufenden Spielzeit wird noch nach dem bisherigen Regelwerk entschieden. Ab der kommenden Saison könnten die Änderungen greifen, wobei es keine verpflichtende Übernahme für jeden Wettbewerb gibt. In der Regel einigen sich DFB und DFL jedoch auf eine gemeinsame Linie.

Die besondere Rolle des Ifab

Die Sonderstellung des International Football Association Board hat historische Gründe. Da der moderne Fußball 1863 erstmals in Britannien ein Regelwerk erhielt, besitzen die Verbände aus England, Wales, Schottland und Nordirland noch heute jeweils eine Stimme im Ifab. Die FIFA als Weltverband verfügt über das gleiche Stimmrecht.

Die Institution wird als Regel-Instanz allgemein akzeptiert, zumal nach einer Reform auch externe Berater wie Top-Coach Arsène Wenger oder Ex-Star Luís Figo angehört werden. Diese breite Basis sorgt für eine fundierte Entscheidungsfindung bei allen Regeländerungen.

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