Watzke: Klopp-Installation als Bundestrainer nicht abgehakt
Watzke: Klopp-Installation nicht abgehakt

Der gegenseitige Wille ist bekundet – nun geht es an die konkreten Verhandlungen. Hans-Joachim Watzke, Präsident der Deutschen Fußball-Liga und Vizepräsident des DFB, hat kurz vor dem richtungweisenden New-York-Trip der DFB-Führung den Rahmen für die angestrebte Installation von Jürgen Klopp als Bundestrainer abgesteckt. Im ZDF-Interview sprach Watzke von einer Zeitschiene von „vier Wochen längstens“ für eine Entscheidung. Die Wahrscheinlichkeit, dass der DFB und Klopp zusammenfinden, taxierte er auf „größer als 50 Prozent“, betonte aber: „Das ist definitiv noch nicht abgehakt.“

Gipfeltreffen in Manhattan: Finanzen und Verträge auf der Agenda

In der zweiten Wochenhälfte werden DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Watzke mit einem Linienflieger in die USA reisen. Vor Ort soll mit Klopp, der weiterhin für MagentaTV als Experte arbeitet, und dessen Berater Marc Kosicke konkret verhandelt werden. Die Agenda ist umfangreich: Finanzen, Vertragslaufzeiten und die strategische Ausrichtung der Nationalmannschaft stehen auf dem Programm. Watzke sprach von „gewaltigen Hürden“, die noch zu überwinden seien. Dazu zählt vor allem Klopps Engagement als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull, das vertraglich bis 2029 läuft. Eine Freigabe dürfte den DFB Geld kosten.

DFB muss „adäquat zahlen“ – Watzke erwartet Patriotismus-Abschlag

Beim DFB geht es um einen Zwei- oder Vierjahresvertrag für Klopp, der ebenfalls teuer würde. Watzke baute im ZDF verbal vor: „Wir haben natürlich unsere Schmerzgrenze.“ Man zahle beim DFB „nicht mit Erdnüssen“, aber klar sei, dass man „adäquat zahlen“ müsse, „wenn wir in das höchste Regal greifen“. Das war ein Hinweis an die Gesellschaftervertreter und den Aufsichtsrat der DFB GmbH & Co. KG, die eine Verpflichtung absegnen müssen. Gleichzeitig forderte Watzke Zugeständnisse des Wunschkandidaten: „Einen leichten Patriotismus-Abschlag erwarte ich von Jürgen auch“, sagte er mit einem listigen Lächeln mit Blick auf das Gehalt.

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Keine Plan B: Masterplan A soll durchgesetzt werden

Mögliche Alternativlösungen werden im Verband parallel nicht verfolgt. „Wir müssen uns nicht mit B-Lösungen beschäftigen, sondern wollen unseren Masterplan A durchsetzen“, bestätigte Watzke. Es gehe am Ende stets um einen Kompromiss, wie er aus vielen Verhandlungen bei Borussia Dortmund weiß. Er ist überzeugt, dass Klopp nach dem „Desaster“ bei der WM in Amerika der richtige Mann sei. „Jürgen ist verlässlich. Und er macht Spieler definitiv besser. Er hat eine riesige Suggestivkraft. Die Spieler werden an das glauben, was er ihnen sagt.“

Klopp-Fußball: Körperbetont, intensiv, rustikal

Watzke malt sich bereits aus, wie eine Klopp'sche DFB-Elf ab dem 24. September in den sechs Partien der Nations League gegen die Niederlande, Serbien und Griechenland auftreten könnte: „Etwas körperbetonter. Etwas intensiver. Etwas rustikaler.“ So, wie es andere Nationen bei der WM vorleben. Der 67-jährige Manager und Funktionär positioniert sich im Team Vorsicht, doch die Richtung ist klar.

Völler soll bleiben – Hoeneß wirbt für Mertesacker

Hinter der Personalie Klopp tut sich auch etwas bei Rudi Völler. Watzke äußerte sich zu dessen Zukunft als Sportdirektor: „Ich glaube, dass er und Jürgen wunderbar zusammenarbeiten würden. Sie müssen sich da mal zusammenschließen.“ Laut „Bild“ ist das bereits geschehen: „Dabei soll er Rudi versichert haben, dass er ihn gerne beim DFB behalten und mit ihm zusammenarbeiten würde.“ Erstmals meldete sich auch Uli Hoeneß zu Wort. Der Ehrenpräsident des FC Bayern würde eine Aufgabe von Ex-Weltmeister Per Mertesacker im DFB begrüßen. „Er hat als ehemaliger Profi große internationale Erfahrung. Er hat immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann“, sagte Hoeneß der „Bild“. „Und: Er würde es niemals des Geldes wegen machen, sondern weil es ihn reizt, mit seiner Leidenschaft etwas aufzubauen und voranzubringen.“ Leute, die sich selbst hochgedient hätten und bereit seien, hart zu arbeiten, „brauchen wir jetzt“, so Hoeneß. ZDF-Experte Mertesacker hatte während der WM erklärt, dass er für eine Aufgabe beim DFB bereit wäre.

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