Werder Bremen vor möglichem Wiedersehen mit Ex-Trainer Kohfeldt
Die Erleichterung im Werder Bremen-Lager ist nach dem wichtigen 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim deutlich spürbar. Doch die Freude könnte nur von kurzer Dauer sein, denn am Horizont zeichnet sich ein pikantes Szenario ab: Sollte Werder am Saisonende als Tabellensechzehnter der Bundesliga und Darmstadt 98 als Dritter der 2. Liga stehen, würde es in der Relegation zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Werder-Trainer Florian Kohfeldt kommen.
Kohfeldts ambivalente Gefühle
Der aktuelle Darmstädter Trainer äußerte sich in der „Süddeutschen Zeitung“ mit gemischten Gefühlen zu dieser Möglichkeit: „Als Privatmensch wäre dies das Allerschlimmste, was passieren könnte.“ Gleichzeitig betonte Kohfeldt seine Verbundenheit mit dem Verein: „Wobei ich natürlich hoffe, dass sich Werder schnell aus dieser bedrohlichen Zone entfernt.“
Der Sieg gegen Heidenheim hat die Hoffnungen der Bremer Fans auf den Klassenerhalt zwar gestärkt, doch die Situation bleibt angespannt. Das nächste wichtige Auswärtsspiel bei Union Berlin am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) bietet die Chance, einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf weiter unter Druck zu setzen. Nur noch sechs Punkte trennen beide Teams in der Tabelle.
Thiounes realistische Einschätzung
Werder-Trainer Daniel Thioune zeigte sich nach dem Heidenheim-Sieg erleichtert, aber nicht euphorisch: „Wir hatten am vergangenen Samstag ein Erlebnis, dass wir uns alle gewünscht haben: die Zuschauer, die Fans und die Mannschaft natürlich auch.“ Doch der Trainer mahnte zur Vorsicht: „Aber wir haben gar nichts erreicht, sondern nur ein wenig den Durst gestillt, dass wir unbedingt wieder ein Fußballspiel gewinnen wollten und unbedingt ein Fußballspiel gewinnen mussten.“
Thioune betonte, dass Freude und Erleichterung zwar groß gewesen seien, aber: „Anspruch und Erwartungshaltung sind jetzt noch ein Stück weit größer.“ Für die Vorbereitung auf das Berlin-Spiel sieht der Trainer einen kleinen Vorteil, da sich Heidenheim und Union in ihrer Spielanlage ähneln – beide setzen auf viel Körpereinsatz und lange Bälle.
Verletzungssorgen belasten Werder
Ein großes Problem bleibt die anhaltende Verletztenmisere bei Werder Bremen. Sieben Profis werden definitiv fehlen: Amos Pieper, Felix Agu, Karim Coulibaly, Maximilian Wöber, Victor Boniface, Mitchell Weiser und Samuel Mbangula. Besonders schmerzlich ist die mögliche Absage von Jovan Milosevic, der im Heidenheim-Spiel noch getroffen hatte.
Thioune gab über den angeschlagenen Stürmer eine ernüchternde Einschätzung: „Eine Restchance gibt es auf jeden Fall noch. Aber er ist am letzten Wochenende sehr böse gefallen und auf den Rücken geknallt. Er hat immer noch unfassbare Schmerzen und bis heute nicht trainiert.“ Die Entscheidung über einen möglichen Einsatz werde erst am Sonntagnachmittag fallen.
Während Werder also weiter um den Klassenerhalt kämpft, bleibt das Relegationsszenario mit Ex-Trainer Kohfeldt eine reale Möglichkeit. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Bremer diese unangenehme Begegnung vermeiden können oder sich auf ein emotional aufgeladenes Duell mit ihrem früheren Trainer einstellen müssen.



