Werder-Trainer Daniel Thioune schluckt bei Horror-Liste vor Wolfsburg-Spiel
Eine schwierige Aufgabe erwartet Werder Bremens Trainer Daniel Thioune (51) beim anstehenden Abstiegskrimi in Wolfsburg. Am Samstag um 15.30 Uhr, live bei Sky, müssen die Bremer gleich auf neun Spieler verzichten – eine beachtliche Zahl, die selbst den erfahrenen Trainer sprachlos machte.
Mediendirektor verliest lange Liste der Fehlenden
Bei der Pressekonferenz vor der wichtigen Partie trug Werders Leiter Medien & Kommunikation, Christoph Pieper (53), wie üblich die Namen der Profis vor, die nicht zur Verfügung stehen. Die Liste war ungewöhnlich lang: Victor Boniface, Mitchell Weiser, Max Wöber, Amos Pieper, Julian Malatini, Wesley Adeh, Jens Stage, Jovan Milosevic und Senne Lynen fehlen dem Team. Bis auf Jens Stage, der seine fünfte gelbe Karte gesammelt hat, sind alle acht anderen Spieler verletzungsbedingt ausgefallen.
Trainer Thioune reagierte sichtlich betroffen auf die Verlesung: „Ich musste ein bisschen schlucken gerade. Es klang wie eine Mannschaftsaufstellung, die Christoph gerade vorgelesen hat...“ Seine Worte unterstreichen die dramatische Personalsituation, in der sich Werder Bremen vor dem wichtigen Auswärtsspiel befindet.
Liste hätte noch länger sein können
Interessant ist, dass die Liste der Fehlenden sogar noch umfangreicher hätte ausfallen können. Immerhin kehren mit Niklas Stark, Felix Agu, Samuel Mbangula und Karim Coulibaly vier zuvor verletzungsgeplagte Spieler zurück ins Team. Drei von ihnen stehen sogar für die Startelf zur Verfügung, was Trainer Thioune etwas entgegenkommt: „Sie geben mir mehr Optionen, weil sie nicht auf 45 Minuten oder weniger Einsatzzeit beschränkt sind.“
Einzig hinter der Rückkehr von Niklas Stark, der mit Hüft- und Oberschenkelproblemen zu kämpfen hatte, steht noch ein kleines Fragezeichen. Die medizinische Abteilung beobachtet seinen Zustand weiterhin genau.
Neue Diagnose bei Senne Lynen
Eine besondere Herausforderung stellt die Verletzung von Abräumer Senne Lynen dar. Seine zunächst als Adduktoren-Problematik eingestufte Verletzung hat sich nun als handfester Faserriss herausgestellt. Damit fehlen Werder Bremen mit Stage und Lynen gleich beide Stamm-Abräumer im defensiven Mittelfeld.
Thioune äußerte die Hoffnung, dass Lynen nach der anstehenden Länderspielpause wieder zum Mannschaftstraining zurückkehren kann. Das würde bedeuten, dass der Belgier vor dem Heimspiel gegen Leipzig am 4. April und der Rückkehr von Ex-Trainer Ole Werner ins Weserstadion wieder zur Verfügung stehen könnte.
Wichtige Rückkehrer und taktische Optionen
Für Thioune ist besonders wichtig, dass sich Mega-Aufsteiger Karim Coulibaly zurückgemeldet hat und zusammen mit Kapitän Marco Friedl die Innenverteidigung bilden kann. Im zentralen Mittelfeld hat indes Leo Bittencourt eine Startelf-Garantie erhalten, was die taktischen Möglichkeiten trotz der vielen Ausfälle etwas erweitert.
Vor dem Spiel beim VW-Klub beschrieb Thioune die Situation mit einem treffenden Bild: „Wir laufen auf der Felge. Aber es bedeutet nicht, dass wir komplett ohne Rad unterwegs sind.“ Seine Worte zeigen sowohl die prekäre Lage als auch den unbedingten Willen, trotz aller Widrigkeiten in Wolfsburg zu punkten.
Die Bremer müssen in der Volkswagen Arena beweisen, dass sie auch mit einer deutlich geschwächten Mannschaft kampfstark auftreten können. Für Trainer Thioune wird es eine besondere Bewährungsprobe, die er in seinem siebten Spiel als Werder-Trainer zu meistern hat.



