Kommentar: Werner-Entlassung ist ein Desaster – auch für Klopp
Werner-Entlassung ist ein Desaster – auch für Klopp

Was für ein unwürdiges Schauspiel! Bundesligist RB Leipzig hat Trainer Ole Werner offiziell gefeuert. Nachdem sein Aus intern längst festgestanden hatte, musste er auf dem Weg zur Guillotine völlig unwürdig Extra-Runden drehen und seinen Ruf beschädigen lassen.

Das Desaster ist nicht die Trennung

Ja, Werner hat das Saisonziel erfüllt und den Klub wieder in die Champions League geführt. Dass er das unaufgeregt und auf sympathische Art und Weise gemeistert hat, hat vielen Fans gefallen. Dass Werner dies vor allem Überflieger Yan Diomande und der Schwäche der Konkurrenten zu verdanken hatte, haben auch die Bosse erkannt. Ob es Martín Demichelis als Nachfolger besser macht, bleibt abzuwarten.

Ole Werner hat vorm TV gekocht

Das Desaster ist die Kommunikation rund um die Trennung. Während Millionen Fans sich am Bildschirm über die Klopp-Show bei der WM amüsiert haben, dürfte Ole Werner im Urlaub vorm Fernseher innerlich gekocht haben. Als Klub-Angestellter wurde er zwei Wochen vorher noch gefeiert, plötzlich war er zum Abschuss freigegeben. Und was kam von seinem Vorgesetzten Jürgen Klopp als Head of Global Soccer? Kein Anruf, keine WhatsApp. Die Bosse auf Tauchstation, ein Klub wie Teflon. Für viele RB-Fans ist der Umgang mit Werner ein massiver Vertrauensverlust. Und für die Hasser sowieso neues Futter. Der Höhepunkt: Am vergangenen Freitag kam aus Spanien die Meldung, dass Werner entlassen ist. Jetzt schreibt der Klub in der Pressemitteilung, dass am Dienstagabend erst die Entscheidung gefallen ist. Na klar! Und die Fans ziehen sich die Hose mit der Kneifzange an.

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„Hire and Fire“-Mentalität bei Red Bull

Und das Desaster ist unter Umständen noch nicht zu Ende. Die ungenierte „Hire and Fire“-Mentalität inklusive des fehlenden Funken Herzenswärme im Red-Bull-Fußballkosmos hat sich in der Branche herumgesprochen. Irgendwann wird Geld nicht genügen, um Personal zu überzeugen, nach Leipzig zu kommen. Dann braucht es andere Faktoren: Wärme, Anerkennung, mehr Identität als Intensität. Durchaus möglich, dass sich das Top-Juwel Spieler oder Wunsch-Trainer bei zwei gleichen Angeboten gegen Leipzig entscheidet. Und dann wird vielleicht auch der Name Jürgen Klopp nicht mehr ausreichen ...

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