Biathlon-Star Dorothea Wierer spricht offen über Menstruation im Spitzensport
Wierer: Offenes Gespräch über Periode im Biathlon

Biathlon-Star Dorothea Wierer bricht Tabu über Menstruation im Leistungssport

Die Biathlon-Ikone Dorothea Wierer hat mit einer ungewöhnlich offenen Aussage für Aufsehen gesorgt. Die 35-jährige Italienerin erklärte nach ihrem fünften Platz im Olympia-Einzel von Antholz, dass ihre aktuelle Menstruation die Leistung beeinträchtigt habe.

„Das ist das Normalste überhaupt“

Gegenüber „SportNews“ sagte Wierer: „Ich habe meine Periode. Mir geht es nicht schlecht, aber ich bin eben ein bisschen schlapp.“ Ein Satz, den man im professionellen Sport nur selten hört. Die Athletin betonte weiter: „Warum sollen die Leute nicht wissen, dass man nicht bei einhundert Prozent ist? Das ist doch das Normalste überhaupt.“

Wierer machte deutlich, dass Menstruationsbeschwerden wie Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen oder Müdigkeit im Spitzensport oft ignoriert oder vergessen werden. „So ist eben der Zyklus des Lebens bei uns Frauen – im wahrsten Sinne des Wortes“, so die erfahrene Biathletin.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Olympia-Erfahrung mit Menstruation

Der Zeitpunkt ihrer Periode sei zwar „ungünstig“ gewesen, räumte Wierer ein. Doch die Italienerin erklärte: „In meiner ganzen Karriere gab es nicht eine Weltmeisterschaft oder Olympiade, bei der ich nicht meine Tage hatte.“ Sie zeigte sich optimistisch für die kommenden Wettkämpfe: „In zwei Tagen müsste alles vorbei sein. Dann greife ich an.“

Bereits gegenüber der „Gazzetta dello Sport“ hatte Wierer detailliert geschildert, wie sich die Menstruation auf ihr Rennen auswirkte: „Leider ist das für uns Frauen einmal im Monat so, dass man einfach leiden muss. Der Tag war schwierig für mich.“ Sie beschrieb spezifische Probleme ab der dritten Runde und einen Schießfehler, den sie auf ihre körperliche Verfassung zurückführte.

Karriereende nach Olympischen Spielen

Trotz der Herausforderungen zeigte sich Wierer mit ihrem fünften Platz zufrieden: „Ein fünfter Platz in meinem Alter, am Ende meiner Karriere, ist nicht zu verachten.“ Die Biathletin erhielt viel Unterstützung von ausländischen Trainern, was sie als „wunderschön“ beschrieb.

Nach den Olympischen Spielen in ihrer Heimat wird Dorothea Wierer ihre erfolgreiche Karriere beenden. Ihr Motto für die letzten vier Rennen: „Das sind jetzt meine letzten vier Rennen, die will ich genießen.“ Die Athletin beendet damit eine Ära im Biathlon-Sport, in der sie nicht nur durch sportliche Erfolge, sondern nun auch durch ihre Offenheit über weibliche Gesundheitsthemen aufgefallen ist.

Wierers ehrliche Aussagen werfen ein Schlaglicht auf ein Tabuthema im Leistungssport und zeigen, wie Athletinnen mit natürlichen körperlichen Prozessen umgehen müssen, während sie auf höchstem Niveau konkurrieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration