Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft startet mit spektakulärem Sieg ins WM-Jahr
Mit einem packenden 4:3-Erfolg bei den Nachbarn aus der Schweiz hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 79 Tage vor dem Turnier-Auftakt in Houston (USA) in das WM-Jahr gestartet. Das Testspiel im St.-Jakob-Park von Basel lieferte sowohl ermutigende Lichtblicke als auch deutliche Baustellen für Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Florian Wirtz in absoluter Traumform
Die größte positive Erkenntnis des Abends war zweifellos die herausragende Leistung von Florian Wirtz. Der Liverpool-Star agierte als kreativer Dreh- und Angelpunkt der deutschen Offensive und zeigte sich bereits in beeindruckender WM-Form. Wirtz lieferte zunächst zwei wichtige Vorlagen und krönte seine Leistung anschließend mit zwei absolut sehenswerten Traumtoren.
In der 61. Spielminute führte Serge Gnabry eine Ecke kurz auf Wirtz aus, der sich am linken Strafraumeck elegant drehte und mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck traf. Torhüter Gregor Kobel hatte bei diesem Treffer zur 2:3-Führung für Deutschland keine Chance. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Schweizer durch Manuel Akanji in der 79. Minute bewies Wirtz erneut seine Qualitäten als Spielentscheider.
Nur sieben Minuten später schlenzte der Mittelfeldspieler den Ball aus etwa 17 Metern Entfernung wunderschön ins rechte Eck zum endgültigen 3:4-Siegtreffer. Teamkollege Jonathan Tah reagierte auf diese außergewöhnliche Leistung bereits reflexartig mit erhobenen Händen über dem Kopf – ein deutliches Zeichen der Anerkennung für die Wirtz-Show.
Defensive Schwächen trotz Sieg
Während die Offensive überzeugte, offenbarte die deutsche Defensive noch deutliche Schwachstellen. Besonders Nico Schlotterbeck sorgte mit zwei folgenschweren Aufbaufehlern für frühe Gegentore. Bereits in der 17. Minute spielte der BVB-Profi einen unglücklichen Pass Richtung Mittellinie, den Granit Xhaka abfing und zum 1:0 für die Schweiz verwertete.
In der 41. Minute unterlief Schlotterbeck der nächste Fehler, als Breel Embolo sich gegen Jonathan Tah durchsetzte und zum 2:1 für die Gastgeber köpfte. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte beiden Innenverteidigern am Donnerstag noch öffentlich das Vertrauen ausgesprochen und ihre Nominierung für die Startelf angekündigt, während Real-Star Antonio Rüdiger zunächst auf der Bank Platz nahm.
Spannender Schlagabtausch mit Höhen und Tiefen
Das Spiel entwickelte sich zu einem unterhaltsamen Schlagabtausch mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten. Nach dem frühen Rückstand gelang den Deutschen bereits in der 26. Minute der Ausgleich, als Florian Wirtz nach einer kurz ausgeführten Ecke in den Strafraum flankte und Jonathan Tah mit seinem ersten Tor im 44. Länderspiel zum 1:1 einköpfte.
Kai Havertz kam immer wieder zu guten Möglichkeiten, zeigte sich in seinen Abschlüssen jedoch noch ungenau. Kurz vor der Pause traf die Schweiz erneut zum 2:1, doch Deutschland antwortete umgehend. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bereitete Wirtz mit seiner zweiten Vorlage des Abends das 2:2 durch Serge Gnabry vor.
Nach der Pause übernahmen die Deutschen die Initiative und drückten auf den Siegtreffer. Ein kurzer Schreckmoment ereignete sich, als Kapitän Joshua Kimmich nach einem Zweikampf blutend am Boden lag, nachdem er den Ellbogen von Noah Okafor abbekommen hatte. Der Bayern-Star konnte jedoch weitermachen und trug zum ersten Deutschland-Sieg gegen die Schweiz seit 18 Jahren bei.
Wichtige Erkenntnisse für die WM-Vorbereitung
Das Testspiel lieferte Bundestrainer Julian Nagelsmann wertvolle Erkenntnisse für die verbleibende Vorbereitungszeit auf die Weltmeisterschaft. Während die Offensive mit Florian Wirtz als herausragendem Akteur bereits beeindruckende Form zeigte, müssen die defensiven Strukturen und die Fehleranfälligkeit im Aufbau dringend verbessert werden.
Der 4:3-Sieg markiert einen wichtigen psychologischen Erfolg für das Team und gibt gleichzeitig klare Hinweise auf die noch zu bearbeitenden Bereiche. Mit 79 Tagen bis zum WM-Auftakt bleibt genug Zeit, um die identifizierten Schwächen zu adressieren und das Team optimal auf das Turnier in den USA vorzubereiten.



