Ein Leverkusener ließ die USA kurz hoffen, doch am Ende reichte es nicht. Beim 1:4 im WM-Achtelfinale gegen Belgien erzielte Malik Tillman (24) in Seattle das zwischenzeitliche 1:1 in der 31. Minute. Mit seinem Freistoßtor schrieb sich der Bayer-Leverkusen-Profi in die WM-Geschichtsbücher: Er ist der erste US-Nationalspieler, der in zwei K.o.-Spielen hintereinander traf.
Historischer Freistoß und bitteres Aus
„Als ich den Ball hingelegt habe, habe ich mich einfach gut und selbstbewusst gefühlt. Ich wusste genau, wo ich ihn hinhaben will. Dass er dann abgefälscht hineingeht, war das nötige Glück – leider hat uns dieses Glück defensiv gefehlt“, sagte Tillman nach der Partie. Schon beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale der WM 2026 hatte Tillman einen Freistoß direkt verwandelt. Laut Opta gelangen seit Beginn der Datenerfassung bei Weltmeisterschaften 1966 erst einem weiteren Spieler zwei Freistoßtore bei einer WM: dem Franzosen Bernard Genghini (68) in Spanien 1982.
„Natürlich erfüllt mich das mit etwas Stolz, und ich trainiere diese Standardsituationen ununterbrochen. Aber am Ende des Tages bedeutet mir dieser Rekord gar nichts, weil wir als Mannschaft ausgeschieden sind. Ich hätte das Tor sofort gegen den Einzug ins Viertelfinale eingetauscht“, betonte Tillman.
Neuer Freistoß-Spezialist in Leverkusen?
In Leverkusen könnte Tillman Alejandro Grimaldo (30) beerben. Der spanische Freistoß-Experte wurde für 25 Millionen Euro zu Atlético Madrid verkauft. Für Tillman war die Heim-WM trotz des Ausscheidens im Achtelfinale ein Erfolg: In vier der fünf Turnierspiele stand er in der Startformation der USA. „Wir haben alles auf dem Platz gelassen, aber auf diesem Niveau entscheiden winzige Details“, analysierte Tillman die Pleite gegen Belgien.
Er gab zu: „Es tut weh, dass unsere Reise hier vor den eigenen Fans endet. Es ist extrem hart zu akzeptieren. In dem Moment, als der Freistoß hineinging, dachte ich wirklich, wir haben das Momentum auf unserer Seite und können das Spiel komplett drehen. Aber Belgien war einfach eiskalt und hat jeden unserer Fehler bestraft.“



