Am letzten Tag der Gruppenphase der Fußball-Weltmeisterschaft haben sich weitere Teams für das Sechzehntelfinale qualifiziert. In einer dramatischen Nacht sicherten sich Österreich, Algerien, Argentinien, England, Kroatien und die DR Kongo ihre Plätze in der K.o.-Runde. Aus deutscher Sicht gibt es positive Nachrichten: Nathaniel Brown kehrte ins Teamtraining zurück.
Österreich zittert sich ins Sechzehntelfinale
Mit einem spektakulären 3:3 (1:1) gegen Algerien in Kansas City sicherte sich Österreich den Einzug ins Sechzehntelfinale. Vor 69.045 Zuschauern brachten Marko Arnautovic (28. Minute) und Marcel Sabitzer (55.) die Österreicher zweimal in Führung. Rafik Belghali (45.) und Riyad Mahrez (60.) glichen für Algerien aus. In der Nachspielzeit traf Mahrez erneut (90.+3) und brachte Österreich zwischenzeitlich an den Rand des Aus. Doch Sasa Kalajdzic rettete sein Team in der sechsten Minute der Nachspielzeit (90.+6) mit dem Ausgleich zum 3:3.
Durch das Unentschieden belegt Österreich Platz zwei in der Gruppe und trifft nun auf Titelkandidat Spanien. Algerien, das die Vorrunde als Gruppendritter abschloss, bekommt es mit der Schweiz zu tun – ein vermeintlich leichterer Gegner.
Messi trifft als Joker beim argentinischen Jubiläumssieg
Argentinien feierte einen 3:1 (2:0)-Sieg gegen Jordanien und holte seinen 50. Sieg bei Fußball-Weltmeisterschaften. Erfolgreicher sind nur Brasilien (78) und Deutschland (70). Titelverteidiger Argentinien rotierte stark und ließ Lionel Messi erstmals seit 20 Jahren bei einem WM-Spiel von der Bank kommen. Bei seiner Einwechslung in der 60. Minute gab es riesigen Jubel, der sich knapp 20 Minuten später noch steigerte: Messi traf per Freistoß zum 3:1 und baute seinen Torrekord auf 19 WM-Tore aus. Er ist zudem der erste Spieler, der in sieben aufeinanderfolgenden WM-Spielen mindestens ein Tor erzielte. Die weiteren Tore für Argentinien erzielten Giovani Lo Celso (19.) und Lautaro Martínez (31./Foulelfmeter). Für Jordanien traf Musa Al-Taamari (55.).
Kroatien verhindert Vorrunden-Aus
Kroatien hat das drohende Vorrunden-Aus abgewendet. Das Team um Luka Modrić gewann gegen Ghana mit 2:1 (1:0) und qualifizierte sich als Gruppenzweiter für das Sechzehntelfinale. Vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia erzielten Petar Sucic (31. Minute) und Nikola Vlasic (83.) die Tore für Kroatien. Derrick Luckassen glich für Ghana zwischenzeitlich aus (73.). Kroatien, Vize-Weltmeister 2018 und WM-Dritter 2022, trifft nun auf Portugal mit Cristiano Ronaldo. Ghana bekommt es mit Kolumbien zu tun.
England sichert Gruppensieg – Kane mit Rekord
England setzte sich gegen Panama mit 2:0 (0:0) durch und sicherte sich den Gruppensieg. Vor 80.663 Zuschauern glänzte Jude Bellingham zunächst als Torschütze (62. Minute) und dann als Vorbereiter für Harry Kane (67.). Kane erzielte per Kopf seinen 65. Treffer im Nationaltrikot und wurde alleiniger WM-Rekordtorschütze der Three Lions. Panama war bereits vor dem Spiel ausgeschieden.
Portugal enttäuscht – Kolumbien Gruppensieger
Portugal kam gegen Kolumbien nur zu einem glücklichen 0:0 und verpasste den Gruppensieg. Platz eins in der Gruppe K ging verdient an die Südamerikaner, die nun auf Ghana treffen. Portugal muss gegen Kroatien ran. Bei einem Weiterkommen könnte im Achtelfinale Europameister Spanien warten.
DR Kongo nach Sieg gegen Usbekistan im Sechzehntelfinale
Die DR Kongo hat sich als achte afrikanische Mannschaft für die Zwischenrunde qualifiziert. Das Team gewann gegen Usbekistan nach Rückstand noch mit 3:1 (0:1). WM-Debütant Usbekistan schied punktlos aus. Eldor Shomurodov (10. Minute) traf früh per Traumtor. Nach der Pause drehten Yoane Wissa (68./Foulelfmeter/90.+1) mit einem Doppelpack und Fiston Mayele (78.) die Partie. Die DR Kongo trifft im Sechzehntelfinale auf England.
Brown zurück im Teamtraining
Nathaniel Brown ist vor dem ersten K.o.-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay zurück im Teamtraining. Der 23-jährige Außenverteidiger nahm an der geschlossenen Übungseinheit zwei Tage vor dem Sechzehntelfinale am Montag teil. Brown, der beim 1:2 gegen Ecuador wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte, steigert damit seine Einsatzchancen. „Wir hoffen alle, dass es funktioniert“, sagte Sportdirektor Rudi Völler.
Schottlands Trainer tritt zurück
Der schottische Nationaltrainer Steve Clarke hat nach dem Vorrunden-Aus seinen Rücktritt erklärt. Schottland belegte in Gruppe C hinter Brasilien und Marokko mit drei Punkten Platz drei. Clarke dankte seinen Spielern in einem offenen Brief: „Ohne sie hätten wir all die Erinnerungen, die wir seit 2019 bis heute gesammelt haben, niemals erleben können. Sie verdienen jedes Lob und jede Anerkennung, und es war mir eine große Ehre, ihr Trainer zu sein.“



