Nick Woltemade kontert Kritiker nach torloser Phase
Nachdem Nick Woltemade (24) in den letzten Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz und Ghana ohne Tor oder Vorlage blieb, reagiert der Stürmer nun öffentlich auf die anhaltende Kritik an seiner Leistung. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung verteidigt der DFB-Star seine aktuelle Form und verweist auf seine veränderte Position im Spielsystem.
„Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade“
Woltemade erklärt: „Ich sehe das nicht so negativ, wie das von außen gesehen wird, für mich ist das immer noch ein normaler Prozess. Natürlich könnte man von außen draufschauen und sagen: Der hat im neuen Jahr erst ein Tor geschossen, was ist denn mit dem los? Aber wer sich wirklich mit meinen Spielen befasst, der weiß auch, warum das so ist.“
Der Angreifer betont, dass er seit Saisonbeginn auf einer völlig anderen Position eingesetzt wird: „Im Spiel gegen Chelsea kürzlich habe ich im Mittelfeld eine Art Manndeckung gegen Cole Palmer gespielt, und der ist ein offensiver Zehner. Da kann man sich vorstellen, in welchen Räumen ich auf dem Feld unterwegs war.“
Woltemade macht deutlich: „Ich weiß, dass man mich mit Toren verbindet, aber man kann die Torquote eines Stürmers ja nicht mit der eines Mittelfeldspielers vergleichen, der 50, 60, 70 Meter vom gegnerischen Tor entfernt spielt. Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade, als ich das zu Saisonbeginn war. Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere.“
Wechsel nach England und anfänglicher Erfolg
Im Sommer 2025 wechselte der deutsche Nationalspieler für eine Ablösesumme von 75 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United in die englische Premier League. Seine Anfangszeit in England verlief vielversprechend: In seinem ersten Ligaspiel gegen Wolverhampton erzielte er den Siegtreffer zum 1:0, in seinen ersten fünf Premier-League-Einsätzen traf er insgesamt viermal.
Doch nach diesem starken Start blieben weitere Tore aus, was zu vermehrter Kritik an seiner Leistung führte. Woltemade kontert diese Vorwürfe mit klaren Worten: „Wenn mir jemand eine Formkrise unterstellt, würde ich einfach mal behaupten, dass derjenige nicht viele Spiele von Newcastle United sieht.“
Unterschiede zwischen englischem und deutschem Fußball
Der 24-Jährige spricht auch über die Herausforderungen des englischen Fußballs: „Ich kannte diese Erzählungen auch alle, aber etwas zu wissen und es dann selbst zu erleben, ist wirklich ein großer Unterschied. Das Spiel ist deutlich intensiver, man hat das Gefühl, es kommt kaum zur Ruhe.“
Woltemade beschreibt die Besonderheiten der Premier League: „Die Schiedsrichter lassen mehr laufen, es gibt weniger Pausen zum Durchatmen, und zwischendurch kommen immer wieder die berühmten set pieces angeflogen, die hier bei fast allen Teams gefährlich sind. Da ist schon ziemlich viel los auf dem Platz. Aber ich find' das geil, macht Spaß. Und bringt einen auf Dauer extrem weiter.“
Über seine Premiere in England im September 2025 berichtet der Nationalspieler: „Ich kann mich gut an mein erstes Premier-League-Spiel erinnern, da schaut man schon irgendwann heimlich zur Seitenlinie und denkt: Kann mich hier mal einer auswechseln? Ich hatte nach 60 Minuten Krämpfe, das hatte ich bis dahin noch nie.“
Perspektiven für die Zukunft
Bisher trug Nick Woltemade zehnmal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Beim Testspiel gegen die Schweiz (4:3) wurde er eingewechselt und kam auf 27 Minuten Spielzeit, beim 2:1 gegen Ghana stand er zuletzt in der Startelf. Trotz der aktuellen torlosen Phase bleibt der Stürmer zuversichtlich und betont den Entwicklungsprozess, den er durchläuft.
Die Anpassung an die neue Rolle im Mittelfeld und die intensivere Spielweise der Premier League stellen für Woltemade zwar Herausforderungen dar, doch der Spieler zeigt sich überzeugt, dass diese Erfahrungen ihn langfristig als Fußballer weiterbringen werden. Seine Aussagen machen deutlich, dass er sich nicht von äußerer Kritik beeinflussen lässt, sondern seinen eigenen Weg im englischen Fußball gehen will.



