Schweizer Nationaltrainer sieht Deutschland als WM-Favoriten
Murat Yakin, der Trainer der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft, zählt die deutsche DFB-Elf trotz jüngster Rückschläge weiterhin zu den Top-Favoriten für die anstehende Weltmeisterschaft im Sommer 2026 in Amerika. In einem exklusiven Gespräch vor dem WM-Testspiel zwischen der Schweiz und Deutschland am Freitag in Basel äußerte sich der ehemalige Bundesliga-Profi ausführlich über die Entwicklung des deutschen Teams.
Politische Ablenkungen als Hindernis für deutsche Erfolge
Yakin analysierte kritisch die jüngere Vergangenheit der deutschen Nationalmannschaft. „Zu viel politische Ablenkung, zu wenig Fußball-Fokus“ habe nach seiner Ansicht mögliche Turniererfolge verhindert. Besonders bei der WM in Katar 2022 habe sich Deutschland zu intensiv um „Nebenschauplätze“ gekümmert, was die sportliche Leistung beeinträchtigte. Im Kontrast dazu betonte er, dass die Schweizer Mannschaft diese Balance zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und sportlicher Konzentration in letzter Zeit besser gemeistert habe.
Positive Entwicklung unter Bundestrainer Julian Nagelsmann
Trotz der schwierigen weltpolitischen Lage beobachtet Yakin eine deutliche Verbesserung unter dem neuen Bundestrainer Julian Nagelsmann. „Der Fokus ist in Richtung des Sports gerückt“, erklärte der Schweizer Coach. Diese Rückbesinnung auf fußballerische Prioritäten mache Deutschland wieder zu einer ernstzunehmenden Turniermannschaft. „Deswegen ist mit Deutschland immer zu rechnen“, so Yakins klare Einschätzung, die auf der überragenden Qualität der deutschen Spieler basiert.
Große Ziele für die Schweizer Nationalmannschaft
Murat Yakin hat mit seiner „Nati“ ambitionierte Pläne für die WM 2026. „Wir wollen die beste WM aller Zeiten spielen“, kündigte der 51-jährige Trainer selbstbewusst an. Die historischen Bestleistungen der Schweiz bei Weltmeisterschaften beschränken sich bisher auf Viertelfinalteilnahmen in den Jahren 1934, 1938 und 1954 – allerdings bei deutlich kleineren Turnieren mit weniger teilnehmenden Mannschaften.
Bei der letzten WM 2022 führte Yakin die Schweiz ins Achtelfinale, wo man jedoch deutlich mit 1:6 gegen Portugal ausschied. Bei der EM 2024 endete das Turnier für beide Mannschaften im Viertelfinale – die Schweiz verlor im Elfmeterschießen mit 3:5 gegen England. In der WM-Gruppenphase 2026 erwarten die Schweizer folgende Gegner:
- Co-Gastgeber Kanada
- Katar
- Sieger der Playoffgruppe mit Italien, Nordirland, Bosnien-Herzegowina und Wales
Kapitän Granit Xhaka mit positiver Bilanz gegen Deutschland
Schweiz-Kapitän Granit Xhaka will seine beeindruckende Serie gegen die deutsche Nationalmannschaft im bevorstehenden Testspiel in seiner Heimatstadt Basel fortsetzen. Seit dem 5:3-Sieg im EM-Test 2012 ist der ehemalige Bundesliga-Spieler in allen vier Begegnungen gegen die DFB-Elf ungeschlagen geblieben. Bei der EM 2024 endete das Gruppenspiel mit einem 1:1-Unentschieden.
Trotz dieser positiven Statistik äußerte Xhaka großen Respekt vor dem deutschen Fußball. „Die Deutschen geben dir etwas anderes, sie geben dir eine Mentalität“, erklärte der erfahrene Mittelfeldspieler. Diese charakteristische Einstellung mache deutsche Mannschaften auch in schwierigen Situationen zu gefährlichen Gegnern.
Das Testspiel am Freitag in Basel (20.45 Uhr, übertragen von RTL) bietet beiden Teams eine wichtige Gelegenheit, sich auf die WM 2026 vorzubereiten und die aktuellen Entwicklungen unter realen Bedingungen zu testen.



