Fußballstar Yamal empört über rassistische Sprechchöre bei Testspiel
Der spanische Ausnahmefußballer Lamine Yamal hat mit deutlichen Worten auf die antimuslimischen Gesänge bei Spaniens Testspiel gegen Ägypten reagiert. Bei der Partie des Europameisters am Dienstag im RCDE-Stadion in Barcelona hatten Fans die gegnerische Hymne ausgebuht und während der ersten Halbzeit herabwürdigende Parolen skandiert.
„Respektlos und unerträglich“: Yamals emotionale Reaktion
„Als Muslim empfinde ich das als respektlos und unerträglich“, schrieb der Sohn eines marokkanischen Vaters und einer äquatorialguineischen Mutter am Mittwoch auf Instagram. Yamal postete ein Schwarz-Weiß-Bild vom Einlauf und nutzte die Gelegenheit für eine klare Botschaft an die Verantwortlichen.
Medienberichten zufolge sangen die Anhänger: „bote, bote, bote musulman el que no bote“, was übersetzt bedeutet: „Spring, Spring, Spring, wer nicht springt, ist ein Muslim“. Der 18-jährige Stürmer des FC Barcelona zeigte sich tief getroffen von diesen Vorfällen.
Fußball als Plattform gegen Rassismus
„Ich verstehe, dass nicht alle Fans so sind, aber diejenigen, die solche Dinge singen: Eine Religion auf dem Spielfeld zum Gegenstand von Spott zu machen, lässt euch als ignorante und rassistische Menschen dastehen“, erklärte Yamal weiter. Der junge Nationalspieler betonte die eigentliche Bedeutung des Sports: „Fußball ist dazu da, um Spaß zu haben und die Mannschaft anzufeuern, nicht um Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens respektlos zu behandeln.“
Neben Yamal äußerten sich auch hochrangige Persönlichkeiten kritisch zu den Vorgängen. Spaniens Justizminister Felix Bolanos bezeichnete die Gesänge als „eine Schande“, während der spanische Fußballverband (RFEF) und Nationaltrainer Luis de la Fuente die Vorfälle scharf verurteilten. Die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen, um die Verantwortlichen zu identifizieren.
Hintergrund des umstrittenen Testspiels
Das Testspiel war ursprünglich in Katar geplant, wurde jedoch wegen des anhaltenden Krieges im Nahen Osten nach Barcelona verlegt. Es diente als wichtige Vorbereitung auf die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, die vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 stattfinden wird.
In der Gruppenphase der WM trifft Spanien in Gruppe H auf Uruguay, Saudi-Arabien und Neuling Kap Verde. Ägypten hingegen muss sich in Staffel G mit Belgien, Iran und Neuseeland messen. Trotz der unschönen Vorfälle richtete Yamal auch positive Worte an die anständigen Fans: „Abgesehen davon danke ich den Leuten, die gekommen sind, um uns anzufeuern. Wir sehen uns bei der Weltmeisterschaft.“
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf das anhaltende Problem von Rassismus und Diskriminierung im Fußball. Während Vereine und Verbände weltweit Maßnahmen gegen solche Vorfälle ergreifen, zeigen die Gesänge in Barcelona, dass noch viel Aufklärungsarbeit notwendig ist. Yamals mutiges Statement könnte dabei helfen, das Bewusstsein für diese wichtige Thematik zu schärfen.



