Ex-Bayern-Star Zé Roberto: Wie Videospielsucht seine Karriere fast zerstörte
Zé Roberto: Wie Videospielsucht seine Karriere fast zerstörte

Ex-Bayern-Star Zé Roberto: Vom Videospiel-Süchtigen zum Fitness-Vorbild

Der ehemalige Fußballprofi Zé Roberto, der vier erfolgreiche Spielzeiten beim FC Bayern München verbrachte, hat nun in einem offenen Interview Einblicke in die dunkelste Phase seiner Karriere gegeben. Was viele nicht wissen: Bevor der Brasilianer zum Rekordmeister wechselte, stand seine Profilaufbahn aufgrund einer ungewöhnlichen Sucht kurz vor dem Aus.

Der Traumstart, der zum Albtraum wurde

Bereits 1997, im Alter von nur 21 Jahren, erfüllte sich der Mittelfeldspieler aus Sao Paulo seinen Kindheitstraum und unterschrieb bei Real Madrid. Doch unter Trainer Jupp Heynckes blieb der erhoffte Durchbruch aus – und Zé Roberto nennt nun die überraschenden Gründe dafür. „Videospiele haben mich völlig aus dem Tritt gebracht“, gestand der 51-Jährige im Gespräch mit der brasilianischen Zeitung O Globo.

Der damals frisch verheiratete Fußballer hatte sich eine Playstation gekauft und verfiel schnell in einen gefährlichen Kreislauf: „Ich habe bis in die frühen Morgenstunden gespielt, habe mich schlecht ernährt und sehr wenig geschlafen“, beschrieb Zé Roberto seine damalige Situation. Aus einzelnen Keksen wurden ganze Packungen, Limonaden ersetzten Wasser, und die langen Nächte vor der Konsole hinterließen sichtbare Spuren.

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Die Folgen: Dunkle Augenringe und sportlicher Absturz

Die Auswirkungen auf seine sportliche Leistung waren dramatisch:

  • Verlust des kompletten Leistungsvermögens
  • Gewichtszunahme durch ungesunde Ernährung
  • Erschöpfung und dunkle Ringe unter den Augen
  • Stress durch das exzessive Videospielen

„Ich kam mit dunklen Ringen unter den Augen zum Training“, erinnerte sich der ehemalige Nationalspieler. Seine Bilanz bei Real Madrid blieb entsprechend überschaubar: Nur ein Tor gelang ihm in zehn Monaten – beim 4:1-Sieg gegen Rosenborg BK in der Champions League.

Der Wendepunkt: Rückkehr nach Brasilien und Selbstreflexion

Bereits nach zehn Monaten verließ Zé Roberto Madrid wieder und kehrte in der Winterpause zu CR Flamengo nach Brasilien zurück. Retrospektiv bezeichnet er diese Phase als entscheidenden Wendepunkt: „Es war sehr schwierig, all das zu verarbeiten. Das Videospielen hat mich sehr behindert, weil ich ein Wildfang war“.

In den sechs Monaten bei Flamengo fand der Brasilianer Zeit zur Selbstanalyse: „Ich konnte viele Punkte analysieren, die ich ändern musste, um dort lange zu bleiben“. Diese Erkenntnis markierte den Beginn einer radikalen Veränderung.

Neubeginn in Deutschland: Von Leverkusen zum FC Bayern

Mit neuer Einstellung startete Zé Roberto einen zweiten Anlauf in Europa. Zunächst bei Bayer 04 Leverkusen, dann – gemeinsam mit Michael Ballack – beim FC Bayern München fand er sein sportliches Zuhause. In München erlebte er die erfolgreichste Phase seiner Karriere mit vier deutschen Meisterschaften und Pokalsiegen.

Doch wichtiger als die Titel war das grundlegende Umdenken: „Für meine Entwicklung war die Zeit in München total wichtig, denn ich habe verstanden: Ich bin nicht nur Fußballspieler, ich bin ein Athlet“, erklärte Zé Roberto. „Ich verstand, dass mein Körper mein Arbeitsinstrument war. Ich begann, ihn wie eine Maschine zu behandeln, die täglich gewartet werden muss“.

Die späte Karriere und das Leben nach dem Fußball

Diese professionelle Lebensweise verlängerte seine Laufbahn erheblich. Erst mit 43 Jahren beendete Zé Roberto seine Karriere bei Palmeiras Sao Paulo. Heute, mit 51 Jahren, vermisst er den Profifußball nicht mehr, weil er weiß, dass er alles gegeben hat.

Stattdessen hat der ehemalige Mittelfeldstar eine neue Mission gefunden: Als Fitness-Influencer inspiriert er Millionen Menschen mit Trainingsvideos und Gesundheitstipps. „Der einzige Wunsch, den ich heute habe, ist, weiterhin für mich selbst zu sorgen, meinen Lebensstil zu haben und eine Referenz für die neue Generation zu sein“, beschrieb Zé Roberto seine aktuelle Motivation.

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Was einst seine Karriere gefährdete, ist für den Brasilianer zum Lebenselixier geworden: „Ich möchte weitergeben, was einen Unterschied macht. Mein Lebensstil motiviert viele Menschen“. Vom Videospiel-Süchtigen zum Vorbild für Fitness und Disziplin – die Geschichte des Zé Roberto zeigt, dass selbst tiefe Krisen zu kraftvollen Neuanfängen führen können.