Die Odyssee des Bryan Zaragoza: Vom Bayern-Flop zur neuen Chance in Rom
Zaragozas Irrfahrt: Vom Bayern-Flop zur AS Rom

Die abenteuerliche Reise eines spanischen Flügelspielers

Die Fußballkarriere von Bryan Zaragoza gleicht einer wahren Odyssee, die seit seinem Wechsel zum FC Bayern München immer neue Wendungen nimmt. Was spektakulär begann, könnte nun in der italienischen Hauptstadt ein vorläufiges Ende finden. Der Spanier, einst als großes Talent gefeiert, durchlebt eine bewegte Zeit voller Höhen und Tiefen.

Vom Senkrechtstarter zum Bayern-Flop

Voller Enthusiasmus präsentierte Sportdirektor Christoph Freund im Dezember 2023 die Verpflichtung des damals 22-jährigen Bryan Zaragoza. Der FCB-Funktionär bezeichnete den Spieler als „Senkrechtstarter“ mit „sehr viel Potenzial“, der die offensiven Möglichkeiten des Rekordmeisters erweitern sollte. Mehr als zwei Jahre später hat sich das Bild jedoch grundlegend gewandelt. Zaragoza gilt längst als Transferflop und wechselte in diesem Winter bereits zu seinem vierten Verein innerhalb von zwei Jahren.

Bis zum Saisonende ist der Spanier, der beim FC Bayern noch bis 2029 unter Vertrag steht, an die AS Rom ausgeliehen. Dieser Schritt markiert den bisherigen Höhepunkt einer turbulenten Entwicklung, die bereits mit seinem vorzeitigen Wechsel in die Bundesliga begann. Der ungewöhnliche Weg des Spätstarters zum deutschen Meister zeigt die Herausforderungen des Profifußballs.

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Ein kometenhafter Aufstieg und die Bayern-Enttäuschung

Zaragoza schaffte als echter Spätstarter den Durchbruch im Weltfußball, ohne je ein Nachwuchsleistungszentrum besucht oder für spanische U-Nationalmannschaften gespielt zu haben. Über Stationen in der dritten und vierten spanischen Liga gelang ihm 2022 der Sprung zu den Profis des FC Granada. Dort hinterließ er so starke Eindrücke, dass nicht nur der FC Bayern, sondern angeblich auch der FC Barcelona Interesse zeigten.

Nachdem Zaragoza Granada zum Aufstieg in die La Liga geführt hatte, überzeugte er in seiner Debütsaison im spanischen Oberhaus mit sechs Toren und zwei Vorlagen. Der FC Bayern investierte daraufhin rund 15 Millionen Euro, um den Spieler zur Saison 2024/25 zu verpflichten. Doch die Erwartungen erfüllten sich nicht. Eine schwere Verletzung von Kingsley Coman zwang die Bayern-Verantwortlichen zu einer Reaktion, und Zaragoza wechselte bereits im Januar 2024 vorzeitig nach München.

Sportliche Bedeutungslosigkeit und die Tuchel-Posse

In München konnte Zaragoza kaum Fuß fassen. Der quirlige Linksaußen kam nur einmal in der Startelf zum Einsatz und absolvierte sechs weitere Kurzeinsätze – ohne jegliche Torbeteiligung. Während seine sportliche Relevanz minimal blieb, erregte vor allem eine Posse mit Ex-Trainer Thomas Tuchel Aufsehen. Spanische Medien berichteten, Tuchel habe nie ein Wort mit dem Spanier gewechselt, der weder Englisch noch Deutsch sprach.

Zaragoza bestätigte diese Gerüchte später im Gespräch mit dem Twitch-Streamer Gerard Romero: „Mir wurde von einigen Leuten gesagt, dass Tuchel ein wenig Spanisch sprechen würde. Ich weiß nicht, ob er das nicht anwenden wollte. Mit mir hat er jedenfalls kein Wort gesprochen, nicht mal ‚Hallo‘ gesagt.“ Tuchel dementierte die Vorwürfe stets und verwies auf seinen Assistenztrainer als Hauptansprechpartner.

Die Leihen-Odyssee und neue Hoffnung in Rom

Nach Tuchels Abschied am Ende der Saison 2023/24 gehörte Zaragoza nie wieder zum Bayern-Kader. Im Sommer 2024 wurde er zurück nach Spanien verliehen und schloss sich CA Osasuna an. Dort schien er zunächst zu alter Stärke zurückzufinden: In den ersten elf Spielen erzielte er ein Tor und bereitete fünf Treffer vor. Diese Leistungen brachten ihm sogar eine Rückkehr in die spanische Nationalmannschaft ein, wo er den Siegtreffer gegen die Schweiz erzielte.

Doch Verletzungen bremsten seinen Aufschwung, und nach seiner Rückkehr zum FC Bayern stand er erneut vor einer ungewissen Zukunft. Unter Trainer Vincent Kompany spielte er keine Rolle, lehnte Angebote von Fenerbahce ab und wechselte erneut auf Leihbasis – zunächst zu Celta Vigo, wo er sich als Stammspieler etablierte, und nun zur AS Rom.

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Perspektiven in Italien und die Zukunftsfrage

Sportdirektor Freund kommentierte den Wechsel nach Rom mit den Worten: „Bryan Zaragoza hat in den vergangenen 18 Monaten in seiner spanischen Heimat wertvolle Spielpraxis sammeln können und wird nun bei AS Rom die nächsten Schritte gehen.“ In der italienischen Hauptstadt könnte der Spanier tatsächlich ein dauerhaftes Zuhause finden. Der Klub besitzt eine Kaufoption, die sich unter bestimmten Bedingungen in eine Kaufpflicht umwandeln könnte.

Sollte Zaragoza mindestens 50 Prozent der Spielminuten absolvieren und sich Rom für die Champions League oder Europa League qualifizieren, müsste der Verein den Spanier für 13,5 Millionen Euro fest verpflichten. Zaragoza selbst zeigte sich positiv gestimmt und betonte seine Motivation, sich für die anstehende Weltmeisterschaft zu empfehlen.

Kritische Reflexion der Bayern-Zeit

In einem Interview mit der spanischen Zeitung Diario de Navarra hatte Zaragoza bereits im Dezember 2024 seine Zeit in München kritisch reflektiert: „Es ist nicht so, dass ich eine so schlechte Zeit hatte, sondern dass sie mir viele Dinge versprochen haben, die nicht eingehalten wurden. Es war sehr schwierig für mich, mich anzupassen.“ Der Spieler kritisierte fehlende Unterstützung bei der Eingewöhnung in ein neues Land mit anderer Sprache, anderem Essen und anderer Liga.

Unter dem Strich erscheint es inzwischen mehr als unwahrscheinlich, dass der 25-Jährige noch einmal beim FC Bayern zum Erfolg findet. Seine Entscheidung, den Verein zu verlassen, bezeichnete Zaragoza als richtig: „Ich habe mich entschieden zu gehen, und es war gut für mich.“ Nun hofft der Spanier, in Rom endlich die Stabilität zu finden, die ihm in München verwehrt blieb, und sich für größere Ziele zu empfehlen.