Ein rassistischer Ausruf hat beim Regionalligaspiel zwischen dem FSV Zwickau und Rot-Weiß Erfurt für einen Eklat gesorgt. Der Verein verurteilte die Vorkommnisse umgehend und leitete Maßnahmen zur Ermittlung des Täters ein. Erste Videoaufnahmen könnten dabei helfen, den Verantwortlichen zu identifizieren.
Verein zeigt klare Kante
„Es kotzt uns an, dass so etwas passiert – und auch die damit verbundene Machtlosigkeit. Fußball darf emotional sein und auch mal rau werden, aber es gibt Grenzen. Rassismus ist keine Beleidigung, sondern ein inakzeptabler Angriff auf die Würde von Menschen“, sagte Geschäftsführer André Beuchold in einer Mitteilung des Vereins. Man wolle als Verein „verbinden und nicht ausgrenzen. Dafür brauchen wir eine klare Haltung – auf dem Platz und auf den Rängen“. Zivilcourage und ein gemeinsames Verständnis für die Grenzen des Sagbaren seien entscheidend, um ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten. Der FSV spricht sich in diesem Zusammenhang für einen gemeinsamen Verhaltenskodex im Stadion aus.
Ermittlungen laufen
Unmittelbar nach Spielende wurden erste Maßnahmen eingeleitet. In Zusammenarbeit mit dem betroffenen Spieler Raphael Assibey-Mensah wurden Videoaufnahmen gesichtet. Nach Angaben des Vereins liegen Bildaufnahmen eines mutmaßlichen Täters vor. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht und den zuständigen Behörden übergeben.
Spieler berichtet von Anfeindungen
Der Erfurter Spieler Assibey-Mensah berichtete nach dem Spiel von Anfeindungen gegen seinen Teamkollegen Benny Boboy und ihn. „Benny hat einen Spieler gefoult und ein Mann aus dem Fanblock rief ‚Afrikaner raus!‘ Ich habe ihn direkt zur Rede gestellt, aber er hat weiter herumgebrüllt“, sagte Assibey-Mensah. Schiedsrichter Johannes Schipke unterbrach nach dem Hinweis von Assibey-Mensah das Spiel für etwas mehr als fünf Minuten.
Entschuldigung an die Betroffenen
Der Regionalligist aus Westsachsen hat sich für die Vorkommnisse bei den Thüringern entschuldigt. „Unsere Solidarität gilt den betroffenen Spielern. Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Vorfälle – insbesondere bei den Spielern sowie beim FC Rot-Weiß Erfurt“, hieß es in der Mitteilung.



