Derby-Sensation: Ire gewinnt Harley nach Höllenglocken-Ritt
Derby-Sensation: Ire gewinnt Harley nach Höllenglocken

Im ehrwürdigen Derby-Park in Hamburg-Klein-Flottbek erklang der Rock-Klassiker „Hells Bells“ von AC/DC. Dann knatterte eine Harley auf den Turnierplatz. So eine Siegerehrung gab’s in Klein Flottbek seit 1920 noch nie! Denn als Sonderehrenpreis für den Sieger der zweiten Qualifikation für das 95. Springderby am Sonntag gab es eine Harley Davidson Heritage Softail Classic im Wert von 30.000 Euro.

Historischer Sieg für David Simpson

Die 91 Extra-Pferdestärken sicherte sich der Ire David Simpson (38) mit seinem Hengst Pjotr van de Kruishoeve (11) nach einer höllisch schnellen Runde mit der schnellsten Zeit aller 15 „Nuller“ (90,82 Sekunden). „Der Ritt auf meinem Pferd hat sich sehr gut angefühlt, aber auch der Ritt auf der Harley hat Spaß gemacht“, sagte Simpson nach der ungewöhnlichen Ehrenrunde.

Im Parcours mussten die 48 mutigen Reiter zum ersten Mal in der Woche den berüchtigten, drei Meter hohen Großen Wall hinunter. Mit Pferd meisterte Simpson die Mutprobe ohne Probleme – mit dem Motorrad kurvte er lieber vorbei. „Der Wall ist schwer genug auf einem Pferd“, lachte Simpson, der mit seiner Frau Louise in West Sussex in England lebt.

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Nachbarschaftsduell und deutsche Hoffnung

Dort ist Guy Williams (55/England) sein Nachbar. Die ganze Woche hatten beide gewetteifert, wer die Harley mit auf die Insel nehmen darf. Am Ende war Williams mit Crumbgraft (11) gut zwei Sekunden langsamer. Auf Platz drei landete Charles Hubert Chiche (33/Luxemburg) mit Andain du Thalie (16). Beste Deutsche war Clara Blau (25/Osnabrück) als Vierte. Hinterher schwärmte sie von ihrem Paul (15): „Der kann lesen und schreiben. Er ist für mich mein Ein und Alles.“

Titelverteidiger André Thieme (51) ließ mit Paule (12) – wie im Vorjahr – die zweite Quali aus und zockte nach seinem Null-Fehler-Ritt in der ersten Quali am Mittwoch darauf, Sonntag (14.45 Uhr) auch so noch ins Feld fürs Blaue Band zu rutschen.

Romanze im Dressur-Viereck

Dressur-Star Isabell Werth (56) sorgte mit ihren Ritten im 5-Sterne-Grand-Prix für Gänsehaut. Die achtmalige Olympiasiegerin gewann mit Paradestute Wendy (12) überlegen mit starken 81,043 Prozent. Und holte mit Nachwuchs-Hengst Viva Gold (10/75,783 Prozent) auch den zweiten Platz. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, schwärmte Werth.

Das galt auch für den Hengst Total Hope (14) der Drittplatzierten Isabel Freese (47). Der Grund: Er ist verknallt in Wendy! „Wendy findet er unheimlich toll, das war schon immer so“, sagte die Norwegerin. Und Werth grinste: „Er hat halt einen guten Geschmack!“ Schon als der vierbeinige Star auf den Abreiteplatz schritt, war Total Hope hin und weg. Freese: „Ich muss Isabell und Wendy nicht mal sehen. Ich merke, wie er nervös wird.“ Zur Siegerehrung kam Freese daher sicherheitshalber zu Fuß.

Das nächste tierische Date ist Samstag im Special gebucht. Mit Viva Gold geht Werth dagegen Sonntag mit einer Neil-Diamond-Kür an den Start und hat damit die Chance, durch die neue Kombi-Wertung zum ersten Mal seit 2008 auch wieder das Dressur-Derby zu gewinnen.

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