Viruswelle erschüttert Handballteam vor wichtiger Auswärtspartie
Mit erheblichen Personalsorgen machen sich die Regionalliga-Handballer der SG Uni Greifswald/Loitz auf den Weg in die Hauptstadt. Am Samstag um 18 Uhr bestreiten sie ihr Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten Blau-Weiß Berlin – und das mit einem deutlich geschwächten Kader. Ein Virus hat in dieser Woche die Mannschaft heimgesucht und mehrere Spieler außer Gefecht gesetzt.
Trainer muss mit letztem Aufgebot antreten
Besonders kritisch ist die Situation auf der Torhüterposition. Paul Weier und Jan Kominek, beide Stammkeeper des Teams, gehören zu den Betroffenen der Viruswelle. „Es sieht nicht gut aus, wir werden wirklich mit dem letzten Aufgebot nach Berlin fahren“, gab Trainer Jürgen Radloff unumwunden zu. Trotz der widrigen Umstände zeigt der Coach kämpferische Entschlossenheit: „Wir wollen trotzdem die beiden Punkte holen.“
Die aktuelle Saison verläuft für die Vorpommern eigentlich erfolgreich. Nach drei Siegen in Folge haben sie sich den Klassenerhalt in der Regionalliga bereits vorzeitig gesichert. Damit könnten die letzten sieben Saisonspiele entspannt angegangen werden, doch Radloff pocht weiter auf vollen Einsatz. „Die Saison ist noch nicht beendet. Die Mannschaft will das auch gar nicht und ich auch nicht“, betonte der Trainer.
Ambitionierte Ziele trotz Personalproblemen
Konkret visiert das Team noch den sechsten Tabellenplatz an, der aktuell vom HC Empor Rostock II belegt wird. Dieser hat zwar drei Punkte mehr, aber auch ein Spiel mehr absolviert. „Wir haben noch vier Heimspiele, auch wenn da einige Hochkaräter dabei sind. Aber vielleicht ist da noch etwas zu machen“, zeigte sich Radloff optimistisch.
Parallel zur laufenden Spielzeit laufen bei den Loitzern bereits die Planungen für die kommende Saison. Der Kader soll im Wesentlichen zusammengehalten werden, punktuell sind aber Verstärkungen vorgesehen. „Wir führen Gespräche, aber es gibt noch keine Entscheidungen“, erklärte der Trainer zur aktuellen Transferpolitik.
Interesse an polnischen Talenten
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den beiden Polen Lukasz Stefanicki und Mateusz Gmerek, die den Oberligisten Fortuna Neubrandenburg im Sommer verlassen werden. Radloff hat das Duo einst aus ihrem Heimatland nach Loitz geholt, der Kontakt ist seitdem nie abgerissen. „Wir reden immer. Stand jetzt wird aber keiner von beiden kommen“, relativierte der Uni-Trainer zunächst, fügte aber charakteristisch hinzu: „Aber es ist ja wie im richtigen Leben, Dinge können sich immer auch schnell ändern.“
Der portugiesische Angreifer Diogo Teixeira bleibt unterdessen die offensive Stütze des Teams. Mit bisher 122 Treffern in dieser Saison ist er bester Torschütze der SG Uni und wird auch in Berlin eine Schlüsselrolle einnehmen müssen – besonders vor dem Hintergrund der zahlreichen Ausfälle.



