Der Hamburger Boxer Alexander Pavlov (38) erlebte einen dramatischen Wechsel von Triumph zu Lebensgefahr. Am Freitag erkämpfte er sich in der Großen Freiheit nahe der Reeperbahn den WM-Titel der WBF im Weltergewicht, nachdem sein Gegner Dorde Krsmanovic (19) in der dritten Runde aufgrund einer ausgekugelten Schulter aufgeben musste. „Das ist mein Traum“, jubelte der Deutsch-Russe.
Doch statt die Party zu feiern, landete Pavlov wenige Stunden später im Albertinen-Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen. Bereits während des Kampfes hatte er über Kraftlosigkeit und Atemnot geklagt, wie Promoter Thomas Nissen berichtet. Trotz der Beschwerden kämpfte „Sparta“ tapfer weiter, ließ sich aber am Samstag in die Klinik bringen.
Dort diagnostizierten Ärzte einen kollabierten Lungenflügel. Pavlov musste sofort operiert werden, wobei der Lungenflügel mit einem Drainageschlauch wieder belüftet wurde. Ringarzt Dr. Tim Kuchenbuch, der als Cutman im Einsatz war, erklärte: „Alex hätte die Runde wahrscheinlich nicht überstanden. Da war echt viel Glück dabei.“
Die Ursache für den Kollaps ist noch unklar. Häufig ist eine gebrochene Rippe der Auslöser, doch das erste Röntgenbild zeigte keine Fraktur. Möglich sind auch Blasen in der Lunge. Erst nach MRT-Aufnahmen wird entschieden, ob eine weitere Operation nötig ist. Fest steht: Pavlov muss längere Zeit pausieren.
Promoter Nissen zeigte sich fassungslos: „Schon verrückt, wie es manchmal beim Boxen läuft …“



