Haffmarathon Ueckermünde: Stefan Lange holt fünften Titel, Pia Wendhausen überrascht
Beim 41. Haffmarathon in Ueckermünde gab es spannende Wettkämpfe und eine bemerkenswerte Überraschung. Die Landesmeisterschaften von Mecklenburg-Vorpommern im Marathon wurden im Rahmen dieses traditionsreichen Laufevents ausgetragen und boten den Zuschauern packende Duelle und herausragende Leistungen.
Stefan Lange mit beeindruckendem Schlussspurt zum fünften Titel
Im Männerrennen setzte sich der 44-jährige Stefan Lange vom SV Turbine Neubrandenburg mit einem spektakulären Finale durch. Lange, der bereits vier Mal in Folge den Titel gewonnen hatte, lag auf der letzten Runde noch gut eine Minute hinter dem Führenden Mathias Ahrenberg von der LG Schwerin. Doch dann zündete er den Turbo und überholte seinen Konkurrenten souverän. Im Ziel stoppte die Uhr bei einer hervorragenden Zeit von 2:42,36 Stunden.
„Mental war das der härteste Marathon, den ich gelaufen bin. Bei dem Wind und dann vorn allein war mir klar, dass Mathias sein Tempo nicht halten kann. Man muss eben auch immer Geduld haben“, kommentierte Lange seinen Sieg. Der erfahrene Athlet bewies einmal mehr seine mentale Stärke und taktische Klugheit.
Die Silbermedaille sicherte sich Marathon-Debütant Ole Petter, ebenfalls vom SV Turbine Neubrandenburg, mit einer Zeit von 2:43,58 Stunden. Bronze ging an Tim Klatt vom LAV Waren/Müritz, der die Strecke in 2:44,45 Stunden absolvierte. Klatt und Lange hatten lange Zeit im Duett gelaufen und gemeinsam den Rückstand auf den zunächst führenden Ahrenberg aufgeholt, der sein extrem schnelles Anfangstempo nicht durchhalten konnte und am Ende Achter wurde.
Pia Wendhausen mit sensationeller Leistung bei den Frauen
Im Frauenrennen sorgte die 21-jährige Pia Wendhausen vom 1. LAV Rostock für die große Überraschung des Tages. In ihrem erst dritten Marathon überhaupt setzte sie sich mit einer starken Zeit von 3:16,24 Stunden durch und verwies die Titelverteidigerin Xenia Weiß vom Laufteam Rügen (3:24,30 Stunden) auf den zweiten Platz. Die Bronzemedaille gewann Susann Pielahn, ebenfalls vom Laufteam Rügen, mit 3:47,47 Stunden.
Die Entwicklung von Wendhausen ist bemerkenswert: Im Vorjahr war sie beim Haffmarathon – gesundheitlich geschwächt – in exakt 5:00,00 Stunden als Letzte ins Ziel gekommen. Im Herbst verbesserte sie sich beim Berlin-Marathon bereits auf 3:53,11 Stunden und pulverisierte nun in Ueckermünde ihre Bestzeit um weitere fast 37 Minuten.
„Mit so einer Zeit hätte ich nie im Leben gerechnet, es ist unglaublich“, sagte die überglückliche Siegerin. Interessant ist ihre unorthodoxe Vorbereitung: Nur eine Woche vor dem Marathon absolvierte Wendhausen noch einen anspruchsvollen Hyrox-Wettkampf in London, eine Kombination aus Laufen und Functional Fitness.
Erfolgreicher 41. Haffmarathon mit knapp 340 Teilnehmern
Der 41. Haffmarathon lockte knapp 340 Ausdauersportler auf die verschiedenen Strecken. Rennleiter Frank Greiner-Mai vom gastgebenden Verein SV Einheit Ueckermünde zeigte sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden: „Wir sind sehr zufrieden“, betonte er. Die Meldezahlen hatten zwar auf einen neuen Teilnehmerrekord von 400 Sportlern hoffen lassen, dennoch war die Veranstaltung gut besucht.
Neben den Marathonläufen gab es auch spannende Wettkämpfe über kürzere Distanzen:
- Beim Halbmarathon siegte Karolina Romanska aus Polen bei den Frauen in 1:32,44 Stunden
- Paul Borrmann vom SV Turbine Neubrandenburg gewann den Halbmarathon der Männer in 1:15,30 Stunden
- Über 5 Kilometer triumphierten Paola Päschke vom SC Laage (22:33 Minuten) und Finley Wegner vom SV Turbine Neubrandenburg (15:25 Minuten)
Der Haffmarathon in Ueckermünde hat sich einmal mehr als wichtiger Termin im Laufkalender von Mecklenburg-Vorpommern etabliert und bot den Athleten optimale Bedingungen für persönliche Bestleistungen und spannende Wettkämpfe um die Landesmeistertitel.



