Autocross in Reckenzin: 101 Fahrer liefern sich heiße Rennen auf nasser Ackerpiste
Mit Benzin im Blut und aufgemotzten Karren lieferten sich am Sonnabend 101 tapfere Fahrer packende Rennen auf einer Ackerpiste bei Reckenzin. Die Veranstaltung wurde von den „Red Strips Garlin“, einem Karstädter Autocross-Verein, zum siebten Mal als Teil der „WGB-Serie“ organisiert. Trotz anhaltender Regenschauer und schwieriger Streckenbedingungen zeigten die Bleifüße Nervenstärke und Leidenschaft für den Motorsport.
Tagesprogramm: Motorengeheul und starke Nerven
Ein Tagesevent der „WGB-Serie“ umfasst sechs Klassen, die nach Motorleistung, Hubraum und Antriebsart aufgeteilt sind, inklusive eines eigenen Wettbewerbs für Jugendliche ab 14 Jahren. Die Fahrzeuge entsprechen strengen Sicherheitsvorschriften: verstärkte Sicherheitskäfige, Gitter statt Scheiben und Spritzklappen an den hinteren Rädern machen sie unverkennbar für den Rennsport optimiert.
Die Streckenbedingungen änderten sich durch den sandigen Untergrund ständig, was Anpassungen im Fahrstil erforderte. Gordon Davids, Fahrer der „Red Strips Garlin“, erklärte: „Gerade diese Besonderheit macht den Sport so nervenaufreibend. Ich bin immer total aufgeregt, den ganzen Tag. Wenn ich losgefahren bin, ist alles cool.“
Leidenschaft kostet auch Zeit und Geld
Die Teilnehmer investieren viel in ihren Sport. Gordon Davids fährt einen weißen Ford Sierra mit 723 PS, den er seit vier Jahren zu einer Rennmaschine umgebaut hat. Auch die Fahrtwege sind aufwendig: Das Team „Borscht“ reiste aus dem Spreewald an, um am Rennen teilzunehmen, und kehrte abends wieder zurück. Rick Stoye, ihr Fahrer, sagte: „Für den Sport nimmt man mal so eine Fahrt auf sich.“
Siegerehrung mit Sekt und Flammen
Nach den Rennen gab es eine feierliche Siegerehrung, bei der die fünf Finalisten jeder Klasse Pokale, Urkunden und Sektflaschen erhielten. Traditionell wurde der Sekt getrunken oder als Dusche versprüht. Gordon Davids gewann in der Klasse „Heck-A“ mit seinem Sierra, dessen Motor in der letzten Runde Flammen spuckte – laut Experten ein normales Phänomen.
Die Veranstalter mussten nach dem Event zunächst aufräumen, planen aber eine Feier mit den rund 40 freiwilligen Helfern an einem anderen Tag. Für Motorsportfreunde bleibt das Wochenende in Reckenzin ein unvergessliches Erlebnis voller Adrenalin und Leidenschaft.



