Formel-1-Star Hamilton vor Saisonstart: Der Weg aus dem Ferrari-Desaster
Hamilton vor Saisonstart: Der Weg aus dem Ferrari-Desaster

Formel-1-Star Hamilton vor Saisonstart: Der Weg aus dem Ferrari-Desaster

Mit aller Schonungslosigkeit hat Lewis Hamilton die Abgründe von Ferrari kennengelernt. Nach einer desaströsen Premierensaison mit der Scuderia, die der Formel-1-Rekordweltmeister selbst als "schlechteste Saison" seiner Karriere bezeichnete, hat der siebenfache Weltmeister nun eine gründliche Inventur gemacht. Als erster Fahrer mit 105 Grand-Prix-Siegen, der in einer Saison ohne Podestplatz blieb, stand Hamilton gefühlt ganz unten - doch jetzt bereitet er sich mit neuem Fokus auf den Neustart vor.

Gründliche Bestandsaufnahme nach enttäuschendem Jahr

"Jedes Jahr schreibe ich auf, wo ich nicht gut bin. Denn es gibt viele Bereiche, in denen ich nicht gut bin. Dann frage ich mich: Wie können wir das verbessern?", verriet Hamilton einmal über sein bewährtes Ritual. Diese Niederschrift wäre nach seinem ersten Ferrari-Jahr besonders interessant, aus dem nur der Sprintsieg in Shanghai am zweiten Rennwochenende wirklich herausstach. Der 41-jährige Brite hat diesen Winter intensiv daran gearbeitet, sich neu aufzubauen und zu fokussieren. "Ich fühle mich im Allgemeinen so gut wie schon lange nicht mehr, nachdem ich einige Dinge in meinem Team und dann auch am Auto umgestellt habe", betonte Hamilton.

Personalwechsel und neue Strukturen

Einer der sichtbarsten Unterschiede nach Hamiltons Bestandsaufnahme ist der neue Renningenieur. Riccardo Adami, mit dem der Engländer hörbar nicht auf einer Wellenlänge lag, wurde durch Carlos Santi ersetzt - den früheren Renningenieur von Kimi Räikkönen, dem bislang letzten Fahrerweltmeister bei Ferrari. Diese Personalie könnte sich als wichtiger Schritt erweisen. Zudem arbeitet Hamiltons langjähriger Manager Marc Hynes mittlerweile für das brandneue Cadillac-Team, was weitere Veränderungen im Umfeld des Superstars bedeutete.

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Regelzäsur als Chance für Neuanfang

Vielleicht werden Hamilton diese Änderungen besonders guttun, weil sie mit dem größten Reglementeinschnitt der jüngeren Grand-Prix-Geschichte zusammenfallen. Die neuen Formel-1-Autos sind kürzer, schmaler und leichter, wobei die Motoren zu gut 50 Prozent vom Verbrenner angetrieben werden, der mit komplett nachhaltigem Kraftstoff befeuert wird. Die restlichen fast 50 Prozent liefert die Batterie. "Die neue Formel 1 wird ihm mehr liegen, als sie Max Verstappen liegen wird", sagte der frühere Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone. "Ich glaube, dass Lewis der Sache auf den Grund geht, warum es bisher bei Ferrari nicht funktioniert hat, und die richtigen Schlüsse zieht."

Technische Innovationen bei Ferrari

Interessanterweise zeigte sich Ferrari zuletzt erstaunlich innovationsfreudig. Ein neuer Flügel auf der Crashstruktur des SF-26 hier, ein rotierender Heckflügel da - die zuletzt nicht für ihren technischen Mut bekannte Scuderia verblüffte während der Testfahrten in Bahrain. Hamilton betonte den Unterschied zum Vorjahr: "Im vergangenen Jahr waren wir noch an ein Auto gebunden, das ich letztendlich nur geerbt habe. Dieses Auto jetzt habe ich in den letzten acht, zehn Monaten am Simulator mitentwickelt, sodass es ein bisschen wie ein Teil meiner DNA ist. Deshalb fühle ich mich diesem Auto definitiv mehr verbunden."

Expertenmeinungen und Erwartungen

Für Ralf Schumacher läuft Hamilton weiter "einem gewissen optimalen Bild des Autos" hinterher. "Mit dem neuen Konzept findet er vielleicht genau diesen Sweet Spot", erläuterte der frühere Formel-1-Pilot die Suche nach dem optimalen Punkt für maximale Leistung. "Wenn er ihn dann erstmal hat, dann ist er super. Dass er den Speed nach wie vor hat, ist gar keine Frage." Auch Teamchef Fred Vasseur, der seit Anfang 2023 das Formel-1-Projekt des chronisch ungeduldigen Rennstalls verantwortet, zeigt sich optimistisch: "Lasst uns positiv sein und die Reise genießen."

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Hamilton's persönliche Erkenntnis und Zielsetzung

"Für einen Moment hatte ich vergessen, wer ich bin", räumte Hamilton ein und meinte damit vermutlich sein Hadern und Zetern mit dem störrischen Vorgängerauto und dem Team in der vergangenen Saison. Diese Einstellung werde man bei ihm aber "nicht noch einmal erleben. Ich weiß, was zu tun ist", betonte er entschlossen. Mit dieser neuen Klarheit und den umfassenden Veränderungen blickt Hamilton dem Saisonstart entgegen und verkündet selbstbewusst: "Das wird eine verdammt gute Saison." Die quälende Durststrecke von Ferrari - letzter Fahrertitel 2007 mit Räikkönen, letzter Teamtitel 2008 - könnte damit endlich beendet werden.