Mercedes-Plan bei Formel 1 in Japan geht nach hinten los: Russell mit Balance-Problem
Eine kurzfristige Setup-Änderung beim Mercedes-Formel-1-Team hat vor dem Großen Preis von Japan unerwartete Probleme für Fahrer George Russell verursacht. Teamchef Toto Wolff schlägt Alarm und erklärt die technischen Hintergründe der Fehlkalkulation, die sich bereits im Qualifying in Suzuka deutlich zeigte.
Setup-Änderung mit schwerwiegenden Folgen
Wie Toto Wolff gegenüber Sky erläuterte, wurde nach dem dritten freien Training eine Anpassung vorgenommen, die den W15 „zu stark auf die Nase gestellt“ habe. Diese mechanische Balance-Verschiebung nach hinten führte zu ausgeprägtem Übersteuern. „Da haben wir den Effekt etwas unterschätzt und plötzlich war das Auto sehr übersteuernd“, gestand der 54-jährige Teamchef ein.
George Russell zeigte sich verwundert über die unerwarteten Auswirkungen: „Das war eigentlich eine transparente Sache. Das haben wir in der Vergangenheit schon oft gemacht. Vielleicht liegt es an den neuen Autos. Entweder hat es einen deutlich größeren Einfluss, als wir erwartet hatten, oder wir haben beim Umbau einen Fehler gemacht.“
Qualifying-Nachteil und Rennprognose
Die technischen Probleme wirkten sich unmittelbar auf Russells Leistung aus. Der Brite musste sich mit Startplatz zwei begnügen, während Teamkollege Kimi Antonelli die Pole Position sicherte. Wolff erklärte die Beweggründe für die Änderung: „Wir haben die Änderung nach dem FP3 gemacht, um vielleicht ein bisschen mehr Spielraum zu haben auf den Flügeleinstellungen.“
Doch der Plan ging nach hinten los. „Wir haben die mechanische Balance nach hinten gegeben und das war zu viel“, räumte Wolff ein. Für das Rennen am Sonntag prognostiziert der Teamchef weiterhin Einschränkungen: „Das ist ein Thema. Ich glaube, dass er definitiv einen Nachteil haben wird auf der Hinterachse. Aber die Fehler passieren.“
Antonelli profitiert von der Situation
Nutznießer der Mercedes-internen Probleme war Kimi Antonelli. Der Italiener, der bereits in Shanghai mit seiner ersten Pole-Position überzeugt hatte, setzte in Suzuka erneut ein Ausrufezeichen und sicherte sich Startplatz eins. Wolff schwärmte von der Gelassenheit seines Youngsters: „Wenn man seinen Funk hört, ist das einfach ruhig. Er setzt sich nicht unter Druck.“
Antonelli selbst bezeichnete seine Qualifying-Session als „sauber“, kritisierte lediglich einen Verbremser in Kurve elf. Damit ergibt sich eine klare Ausgangslage für das Rennen: Vorne der abgeklärte Teenager Antonelli – dahinter Russell, der mit einem sensiblen Setup-Fenster kämpfen muss.
Trotz der Probleme bleibt Mercedes bei den Long-Runs stark. Wolff blickt dennoch vorsichtig voraus: „Unsere Long-Runs waren sehr gut, aber das heißt noch nichts für morgen.“ Die Silberpfeile gehen erneut als Favoriten an den Start, müssen aber mit internen Herausforderungen umgehen.



