Emotionale Olympia-Momente: Silber mit persönlicher Widmung
Große Gefühle bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo! Der deutsche Skeleton-Pilot Axel Jungk (34) sicherte sich am Freitagabend nach vier packenden Läufen die Silbermedaille – doch der Triumph war von tiefer Trauer geprägt. Unmittelbar nach der Zieldurchfahrt widmete der Sachse seine Auszeichnung einem verstorbenen, engen Freund.
„Diese Medaille ist für Guido“
„Diese Medaille ist für Guido“, erklärte Jungk mit bewegter Stimme. „Er war ein sehr guter Freund, mit dem ich als Kind früher gemeinsam Skispringen trainierte. Guido war im Alter meines großen Bruders und ich kannte ihn über dreißig Jahre.“ Der Verlust wiegt schwer: „Die vergangenen Jahre waren ein ständiges Auf und Ab. Leider ist er letztes Jahr dem Krebs erlegen.“
Jungk beschrieb die besondere Verbindung: „Er war ein unfassbar großer Bestandteil unseres Fanclubs, ein sehr guter Freund von mir und von meiner Familie. Eigentlich war er ein Familienmitglied. Dem widme ich diese Medaille.“ Der Athlet feierte seinen Erfolg mit Angehörigen und Freunden, die mit seinem Fanclub vor Ort waren.
Bronze mit familiärem Glück
Auf dem dritten Platz folgte mit Christopher Grotheer (33) aus Thüringen gleich der nächste Deutsche auf dem Podest. Auch für ihn war das olympische Rennen etwas ganz Besonderes, denn an der Strecke unterstützten ihn Ehefrau Mary-Ann und die dreijährige Tochter Elsa.
Im Ziel fiel Grotheer seiner Familie nach dem vierten Lauf direkt in die Arme. Die kleine Elsa trug spezielle Kopfhörer, um sie vor dem Lärm der Zuschauermenge zu schützen. Bei der Pressekonferenz am nächsten Morgen ging dem stolzen Vater dieser emotionale Moment noch sehr nahe.
„Gestern Abend habe ich ein Bild mit ihr und der Medaille gemacht“, berichtete Grotheer mit feuchten Augen. „Da hat sie mich richtig angehimmelt. Das sind tolle Erlebnisse. Das war meine größte Motivation in den letzten Jahren: einmal Olympia vor meiner Familie zu fahren. Deswegen bin ich überglücklich, jetzt die Medaille gewonnen zu haben und das mit ihnen erleben zu dürfen.“
Weitere Medaillenchance im Team
Die Silbermedaille ging an den Briten Matt Weston, der sich den Olympiasieg sicherte. Für beide deutschen Athleten besteht am Sonntag noch eine weitere Chance auf Edelmetall: Dann starten sie im erstmals olympischen Mixed-Team-Wettbewerb, bei dem Deutschland zu den Top-Favoriten gehört.
Die emotionalen Geschichten hinter den Medaillen zeigen einmal mehr, dass olympischer Sport nicht nur um Sekunden und Platzierungen kreist, sondern tiefe menschliche Verbindungen und persönliche Triumphe feiert.



