Olympia 2026: Biathlon-Legende Björndalen kritisiert Chaos im norwegischen Team
Biathlon-Legende Björndalen kritisiert Chaos in Norwegens Team

Olympia 2026: Biathlon-Legende Björndalen kritisiert Chaos im norwegischen Team

Trotz einiger Medaillenerfolge bei den Olympischen Winterspielen 2026 herrscht im norwegischen Biathlon-Team erhebliche Unruhe. Ein öffentliches Seitensprung-Geständnis, interne Konflikte um Startplätze und sportliche Formkrisen bei den Athletinnen überschatten die Leistungen der Topnation. Die norwegische Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen hat im exklusiven Interview mit SPORT1 die Situation analysiert und dabei klare Worte gefunden.

Seitensprung-Geständnis sorgt für Empörung

Das dominierende Thema ist das Fremdgeh-Geständnis von Sturla Holm Lägreid, der nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Einzel live im Fernsehen verkündete, seine Ex-Freundin betrogen zu haben. Björndalen zeigt dafür „gar kein Verständnis“ und urteilt scharf: „Das war total zu 100 Prozent egoistisch. Und ich fand das den total falschen Moment.“ Der Rekordweltcupsieger äußert sich überrascht über die Entscheidung des eigentlich intelligenten Athleten und betont: „Ich habe keine Sympathie für so eine Entscheidung.“

Besonders problematisch war der Zeitpunkt, da Lägreids Beichte den Olympiasieg seines Teamkollegen Johan-Olav Botn komplett in den Schatten stellte. Selbst in der US-Talkshow von Jimmy Kimmel wurde das Geständnis thematisiert, während Botns emotionaler Sieg, den er dem verstorbenen Teamkollegen Sivert Bakken widmete, zur Randnotiz verkam.

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Interne Konflikte und sportliche Misere

Neben dem öffentlichen Skandal gibt es weitere Probleme im Team. Lägreids Startplatz im Sprint sorgte für Unmut bei Martin Uldal, der sich von den Trainern hintergangen fühlte. Björndalen zeigt Verständnis für Uldals Ärger: „Ja, das kann ich verstehen. Er hat es so verstanden, dass er sich durch den Sprint beim Weltcup qualifizieren muss – nicht über die 20km bei Olympia im Einzel.“

Bei den norwegischen Damen sieht die sportliche Situation noch düsterer aus. Maren Kirkeeide, aktuell Vierte im Gesamtweltcup, präsentiert sich bei Olympia völlig verunsichert. In der Mixed Staffel vergab sie durch zwei Strafrunden eine Medaille, im Einzel landete sie mit fünf Fehlern nur knapp unter den Top 50. Björndalen erklärt: „Sie ist sehr jung und es sind ihre ersten Spiele. Das ist schwierig.“

Schwere Schießprobleme und Kader-Fragen

Ingrid Landmark Tandrevold kämpft mit extremen Problemen im Stehendanschlag. Ihre Trefferquote liegt bei nur 64 Prozent, in Staffeln sogar unter 50 Prozent. Björndalen analysiert: „Das Problem ist zu 100 Prozent eine Kopfsache. Mental schafft sie das bis jetzt nicht. Wenn sie keinen Druck hat, trifft sie, wenn sie Druck hat, macht sie Fehler.“

Karoline Knotten, die im vergangenen Frühjahr aus dem A-Kader gestrichen wurde, zeigt sich zwar stabiler, befindet sich laut Björndalen aber „nicht in der besten Form“. Der Ex-Athlet hatte den Rauswurf damals scharf kritisiert: „Ich schäme mich ein bisschen, Norweger zu sein.“

Trauer um verstorbenen Teamkollegen

Die Mannschaft leidet weiterhin unter dem Tod des 27-jährigen Sivert Bakken, der im Dezember überraschend verstarb. Björndalen gewährt einen Einblick: „Das ganze Team ist am Boden. Das ist eine sehr traurige Geschichte.“ Diese emotionale Belastung kommt zu den sportlichen und persönlichen Problemen hinzu.

Während die Konkurrenz die Situation in Norwegen bereits mit einer Slapstick-Serie vergleicht, hofft Björndalen auf baldige Beruhigung: „Er (Lägreid) hat sich entschuldigt und jetzt muss man von neu starten.“ Doch ob alle Teammitglieder dazu bereit sind, bleibt fraglich. In Norwegen wünscht man sich, dass statt Formkrisen und Seitensprüngen bald wieder Medaillengewinne im Fokus stehen.

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