Deutsche Bob-Hierarchie im Wandel: Newcomer Adam Ammour mischt die Olympia-Favoriten auf
Bob-Hierarchie im Wandel: Ammour mischt Olympia-Favoriten auf

Deutsche Bob-Hierarchie im Umbruch: Adam Ammour fordert die etablierten Stars heraus

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien erleben die deutschen Bobfahrer einen bemerkenswerten Medaillen-Rausch. Im Eiskanal gelten die deutschen Teams in allen Rennen als klare Gold-Favoriten. Besonders spannend entwickelt sich der Zweierbob-Wettbewerb der Männer, bei dem Deutschland nach zwei von vier Läufen sensationell die Plätze eins, zwei und drei belegt.

Newcomer zwischen den etablierten Größen

Die größte Überraschung ist der 24-jährige Adam Ammour, der nach dem ersten Lauf sogar zwischen den Star-Piloten Johannes Lochner und Francesco Friedrich lag. Der Newcomer mit der markanten Lockenmähne hat algerische und französische Wurzeln – sein Vater stammt aus Algerien, seine Mutter aus Frankreich.

Im Viererbob bildet Ammour ein ungewöhnliches Team: Hinter ihm sitzt sein Bruder Issam, dazu der ehemalige Rugby-Spieler Joshua Tasche und Ex-Diskuswerfer Alexander Schaller. Diese unkonventionelle Besetzung könnte sich als Geheimwaffe erweisen.

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„Deutschland eins plus eins“ – Ammours Blick auf die Hierarchie

Ammour erklärt die aktuelle Situation im deutschen Bob-Team mit klaren Worten: „Es gibt im Team Deutschland schon eine kleine Hierarchie. Normalerweise gibt es Deutschland eins, zwei und drei. Aktuell gibt es Deutschland eins plus eins und dann kommen wir.“

Im Gegensatz zum technikversessenen Tüftel-Weltmeister Friedrich setzt Ammours Team bewusst auf Lockerheit und Entspanntheit. „Wir versuchen einfach, eine gute Zeit hier zu haben. Ich glaube, das sieht man auch so ein bisschen an. Wir haben das Glück, dass wir keinen Druck haben“, so der aufstrebende Pilot.

Unterschätzte Konkurrenz für die etablierten Stars

Während sich Friedrich und Lochner einen erbitterten Zweikampf um die Goldmedaille liefern, darf sich Ammour im Schatten der etablierten Größen entwickeln. Doch der Newcomer hat durchaus größere Ambitionen: „Ich glaube, die haben uns anfangs vielleicht ein bisschen unterschätzt. Ich weiß nicht ganz genau, was da so abgeht oder was sie sich da denken. Aber natürlich denken die anderen jetzt: Wenn wir am Start vielleicht mal rankommen und zwei gute Läufe erwischen, dann müssen die aufpassen, dass sie keine Fehler machen, sonst fahren wir an ihnen vorbei.“

Bruder im Bob: Fluch und Segen zugleich

Besonders emotional ist für Ammour die Zusammenarbeit mit seinem Bruder Issam im Viererbob. „Es ist ein bisschen Fluch und Segen zugleich. Er ist die Person, die mich in den Sport gebracht hat. Das heißt, ihm habe ich eigentlich meinen ganzen Werdegang zu verdanken. Und er nimmt mir auch viel Arbeit ab“, erklärt der Pilot.

Auch die Schattenseiten der familiären Zusammenarbeit spricht Ammour offen an: „Aber klar, wir sind Brüder, da eckt man auch mal aneinander und hat man die Schnauze voll. Aber am Ende ist man natürlich immer dankbar, dass ein Teil der Familie da auf dem Schlitten sitzt.“

Medaillenchancen in beiden Wettbewerben

Die Aussichten für Ammour und sein Team sind ausgezeichnet. Im Zweierbob könnte bereits am Dienstag die erste Olympiamedaille Realität werden. Am Sonntag folgt dann der Viererbob-Wettbewerb, bei dem Ammour erneut zusammen mit seinem Bruder antreten wird.

Die deutsche Bob-Mannschaft erlebt damit eine spannende Phase des Umbruchs. Während die etablierten Stars weiterhin als Favoriten gelten, zeigt der Newcomer Adam Ammour, dass die Hierarchie im deutschen Bobsport durchaus infrage gestellt werden kann. Seine unkonventionelle Herangehensweise und die familiäre Unterstützung könnten sich als entscheidende Vorteile erweisen.

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