Historischer Olympia-Coup: Brasilien feiert erstes Winter-Gold durch Ski-Star Pinheiro Braathen
Brasiliens erstes Winter-Gold: Pinheiro Braathen schreibt Geschichte

Gold für Brasilien: Ski-Showman Pinheiro Braathen schreibt Olympia-Geschichte

Im italienischen Bormio hat sich am 14. Februar 2026 ein historischer Moment im alpinen Skisport ereignet. Lucas Pinheiro Braathen, die schillernde Figur des Weltcups, sicherte sich im olympischen Riesenslalom die Goldmedaille und schrieb damit gleich doppelt Geschichte. Der 25-Jährige holte nicht nur die erste Medaille für Brasilien bei Winterspielen, sondern überhaupt die erste für einen südamerikanischen Athleten.

Emotionale Szenen nach dem Sieg über Odermatt

Die Szenerie nach dem Rennen war von purem Emotionen geprägt. Während Pinheiro Braathen von den begeisterten Fans in Bormio gefeiert wurde, hatte sein Vater Freudentränen in den Augen. Selbst der geschlagene Schweizer Superstar Marco Odermatt applaudierte anerkennend für den verdienten Sieg. Der Alpin-Dominator musste sich mit 0,58 Sekunden Rückstand mit Silber begnügen und beendete damit das Saisonhighlight in Norditalien ohne Goldmedaille.

Bronze ging an Odermatts Teamkollegen Loic Meillard, der 1,17 Sekunden hinter dem Sieger zurückblieb. Entscheidend für Pinheiro Braathens Triumph war ein famoser erster Lauf, in dem er fast eine ganze Sekunde Vorsprung auf Odermatt herausfuhr und die Konkurrenz damit praktisch ausschaltete.

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Deutsche Athleten mit gemischten Gefühlen

Für das deutsche Team verlief das Rennen mit unterschiedlichen Resultaten. Bester Deutscher wurde Alexander Schmid auf Rang 13. Der Parallel-Weltmeister von 2023 zeigte sich nach dem Rennen „sehr zufrieden“, besonders angesichts seiner Verletzungsprobleme. Nach einem Kreuzbandriss hatte Schmid erst in diesem Winter sein Comeback gegeben und sich Mitte Januar zusätzlich am Sprunggelenk verletzt.

Anton Grammel landete als 15. knapp hinter Schmid. Eine bittere Enttäuschung musste hingegen Fabian Gratz hinnehmen: Der 28-Jährige war nach dem ersten Lauf noch auf Platz zehn gelegen, schied im Finale jedoch nach einem Fahrfehler aus. „Das tut sehr weh“, sagte er nach dem Rennen niedergeschlagen.

Spektakuläre Rückkehr nach kurzer Pause

Pinheiro Braathens Weg zum Olympiasieg war alles andere als konventionell. Der gebürtige Norweger, der für seine extravagante Persönlichkeit bekannt ist, hatte 2023 noch die Slalom-Gesamtwertung im Weltcup gewonnen. Nur ein Jahr später erklärte er jedoch infolge eines Streits um Vermarktungsrechte mit dem norwegischen Verband seinen Rücktritt – unter Tränen und unmittelbar vor dem Saisonauftakt in Österreich.

Doch schon im Oktober 2024 kehrte der Edeltechniker zurück – und zwar unter neuer Flagge. In einem emotionalen Auftritt in einem Edelrestaurant oberhalb von Sölden, am Gaislachkogl-Gipfel, wo einst der James-Bond-Film „Spectre“ gedreht wurde, verkündete Pinheiro Braathen seine Rückkehr für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter. Damit war das „Team Pinheiro“ geboren.

Mission: Junge Menschen inspirieren

Der 25-Jährige sieht sich auf einer besonderen Mission. „Ich will junge Menschen inspirieren und ermutigen, so zu sein, wie sie sein wollen“, erklärte Pinheiro Braathen, der sich als Vorbilder Persönlichkeiten wie Dennis Rodman im Basketball, Steve Jobs in der Technologie oder Ronaldinho im Fußball nannte. „Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass ich nicht von jedem geliebt werden kann“, fügte er hinzu.

Der sechsmalige Weltcup-Sieger, der sich auch als Model versucht hat, schrille Outfits trägt und sich gelegentlich die Fingernägel lackiert, belebt die Ski-Welt nicht nur abseits der Piste. Auch sportlich sorgte er zuletzt wieder regelmäßig für Aufsehen. Vor den Olympischen Spielen fuhr er im Riesenslalom dreimal in Serie auf das Podest – jeweils als Zweiter. Als hätte er sich das i-Tüpfelchen bewusst für die größte Ski-Bühne überhaupt aufgehoben.

Mit seinem historischen Sieg repräsentiert Pinheiro Braathen nun stolz 200 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer und hat dem alpinen Skisport eine neue, internationale Dimension verliehen. Seine Goldmedaille markiert nicht nur einen persönlichen Triumph, sondern einen Meilenstein für den Wintersport auf dem südamerikanischen Kontinent.

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