„Ganz klares Versagen“: Bundestrainer wütet nach Wachs-Affäre
Deutschlands Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder (55) ist nach dem umstrittenen Wachs-Skandal bei den Olympischen Spielen in Tesero, Italien, zutiefst verärgert. Der Skandal, der Norwegen und die USA betrifft, zieht immer weitere Kreise, nachdem Finnland bereits offiziell Protest gegen das Ergebnis des Männer-Sprints eingelegt hat.
Doppelter Regelverstoß im selben Wettkampf
Schlickenrieder bezieht sich auf zwei gravierende Vorfälle während desselben Wettkampfes: Norwegen erhielt eine Sondergenehmigung, eine Wachsmaschine im Servicebereich zu nutzen, obwohl dies laut den vorab kommunizierten Regeln strikt verboten war. Parallel dazu brachte das US-Team eine Flasche mit Wachs-Entferner auf die Wachstation, was ebenfalls ausdrücklich untersagt ist. Der US-Servicechef behauptete später, den Stoff lediglich zum Händewaschen verwendet zu haben, doch der Weltverband FIS griff nicht ein.
„Das ist eine unsägliche Situation“, schimpft der Bundestrainer gegenüber BILD. „Die Sportler haben gute Leistungen gebracht und können nichts dafür, dass die FIS versagt. Das ist eine peinliche Nummer.“ Besonders die Extrawurst für Norwegen und das anschließende Nichtinformieren durch den Weltverband machen ihn wütend. „Das ist meiner Meinung nach ein ganz klares Versagen der FIS-Verantwortlichen – zum wiederholten Male. Das ist einfach nur bitter. Da ist eine plumpe Entschuldigung zu wenig.“
Auswirkungen auf den Wettkampf
Der Olympia-Zweite von 2002 ist überzeugt, dass der Sprint anders verlaufen wäre, wenn die Wachsmaschine nicht über den Hinterweg ins Rennen gekommen wäre. „Ich denke schon, dass der Sprint anders ausgegangen wäre, wäre diese Wachsmaschine nicht über den Hinterweg ins Rennen gekommen“, betont Schlickenrieder. Seine Kritik richtet sich nicht gegen die Athleten, sondern gegen die Verantwortlichen des Weltverbandes, die seiner Ansicht nach kläglich versagt haben.
Deutsches Team hält sich an Regeln
Nach den Staffel-Rennen der Distanzläufer steht am Mittwoch noch der Team-Sprint auf dem Programm. Auf die Frage, ob das deutsche Team dann ebenfalls die Wachsmaschine nutzen werde, antwortet Schlickenrieder entschieden: „Wir halten uns an die Regeln. Das, was geschrieben steht, an das halten wir uns. Bloß weil Andere andere Wege gehen – die nicht geahndet werden – werden wir das nicht tun.“ Diese klare Haltung unterstreicht das Prinzip des fairen Sports, das der Bundestrainer vehement vertritt.
Der Skandal wirft ernste Fragen zur Integrität des Wettbewerbs und zur Handhabung durch die FIS auf. Während die betroffenen Nationen im Fokus stehen, bleibt die deutsche Mannschaft ihrem ethischen Anspruch treu und setzt auf regelkonformes Verhalten, ungeachtet der Vorkommnisse bei anderen Teams.



