Olympia-Eklat im Curling: Schummelvorwurf löst hitzigen Streit zwischen Kanada und Schweden aus
Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo ist es im Curling-Turnier zu einem ungewöhnlich hitzigen Streit zwischen den Männer-Teams aus Kanada und Schweden gekommen. Auslöser war ein Schummelvorwurf, der sich um den Zeigefinger des kanadischen Spielers Marc Kennedy drehte und zu verbalen Auseinandersetzungen auf dem Eis führte.
Der Vorfall: Berührung des Steins über der Hog-Line
Nach kleineren Sticheleien zu Beginn der Partie eskalierte die Situation in der Endphase des Spiels. Der schwedische Spieler Oskar Eriksson warf seinem kanadischen Kontrahenten Marc Kennedy vor, den Stein mit dem Finger über die grüne Hog-Line hinaus berührt zu haben – also über den Punkt, an dem der Stein eigentlich losgelassen werden muss. Normalerweise signalisieren elektronische Griffe am Stein durch rotes Aufleuchten eine solche Regelverletzung.
Kennedy reagierte sichtlich verärgert auf den Vorwurf und wies ihn scharf zurück. „Wer macht das? Wer? Ich hab' das kein einziges Mal gemacht. Verpiss dich“, giftete der Kanadier. Eriksson blieb kühl und entgegnete: „Ich werde dir ein Video nach dem Spiel zeigen.“ Später erklärte Kennedy, dass Eriksson die Anschuldigungen trotzdem weiter aufrechterhalten habe, was ihn provoziert habe. „Und darum habe ich ihm gesagt, wo er sich das hinstecken kann“, so der Spieler.
Technische Details und Ermittlungen
Ein entscheidender Punkt in der Debatte ist die Funktionsweise der Sensoren. Diese sind am Griff des Steins befestigt und lösen nur aus, wenn der Griff selbst berührt wird, nicht jedoch, wenn der Stein direkt mit dem Finger kontaktiert wird. Eriksson behauptete, dass Kennedy genau dies getan habe, während Kennedy betonte, er habe den Stein vor der grünen Linie losgelassen.
Die TV-Bilder waren nicht eindeutig genug, um den Vorfall zweifelsfrei zu klären. Dies führte zu einer großen Debatte in den sozialen Medien, insbesondere auf der Plattform X. Fans diskutierten hitzig und präsentierten eigenmächtig angefertigte Videobeweise, die angeblich eine Schummelei zeigen sollten. Andere verteidigten Kennedy und argumentierten, dass eine Berührung vor der Linie regelkonform gewesen sei.
Reaktionen und Ausgang des Spiels
Das Spiel endete mit einem 8:6-Sieg für die Kanadier. Trotz des sportlichen Erfolgs überschattete der Streit die Atmosphäre. Schwedens Kapitän Niklas Edin äußerte sich enttäuscht über die Eskalation. „Wir sind eigentlich alle super gute Freunde, wir kennen sie seit 20 Jahren“, sagte er. „Daher ist es einfach traurig, dass es zu so hitzigen Diskussionen auf dem Eis gekommen ist, anstatt einfach nur Curling zu spielen.“
Die Ermittlungen zu dem Vorfall werden fortgesetzt, wobei die sozialen Medien eine aktive Rolle spielen. Der Fall zeigt, wie schnell selbst im traditionell fairen Curling-Sport Emotionen hochkochen können, wenn es um vermeintliche Regelverstöße geht.



