Deutsche Rodel-Festspiele in Cortina: Silber und Bronze im Doppelsitzer
Deutsche Rodel-Festspiele: Silber und Bronze im Doppelsitzer

Deutsche Rodel-Festspiele in Cortina: Silber und Bronze im Doppelsitzer

Die deutschen Rodel-Festspiele haben in Cortina d'Ampezzo eine beeindruckende Fortsetzung gefunden. Nach den Olympiasiegen von Max Langenhan und Julia Taubitz sicherte sich das deutsche Team in den hochspannenden Entscheidungen im Doppelsitzer weitere Edelmetalle. Dajana Eitberger und Magdalena Matschina jubelten über Silber, während Tobias Wendl und Tobias Arlt Bronze errangen.

Emotionaler Silber-Coup für Eitberger und Matschina

Den Anfang machten am Mittwoch Dajana Eitberger und Magdalena Matschina, die mit einer starken Leistung die Silbermedaille gewannen. Nur 0,12 Sekunden fehlten den deutschen Rodlerinnen zum Olympiagold. „Es ging schon beim Aufstehen los. Ich war heute sehr emotional, ich habe im Zehn-Minuten-Takt nur geheult“, gestand die 35-jährige Eitberger nach dem Rennen in der ARD. Die erfahrene Rodlerin vom RC Ilmenau blickte auf eine bewegte Karriere zurück: „Ich habe die letzten acht Jahre Revue passieren lassen. Da ist unglaublich viel passiert in meinem Leben.“

Eitberger, die nach einer Baby-Pause 2023 mit dem WM-Titel im Sprint zurückkehrte, zeigte sich gemeinsam mit ihrer 15 Jahre jüngeren Partnerin Matschina vom SV Bad Feilnbach in Bestform. Das Duo musste sich lediglich den überragenden Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer geschlagen geben. Für die favorisierten Weltmeisterinnen Selina Egle und Lara Kipp aus Österreich reichte es nur zu Bronze.

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Bronze für das Erfolgsduo Wendl und Arlt

Im Anschluss sorgten Tobias Wendl und Tobias Arlt für die nächste deutsche Medaille. Das erfahrene Duo verbesserte sich vom fünften auf den dritten Platz und sicherte sich damit Bronze. „Das ist nicht in Worte zu fassen. Diese Bronzemedaille bedeutet uns alles. Fast mehr als die anderen, weil es so wichtig war“, erklärte Wendl nach dem Rennen. Sein Partner Arlt fügte hinzu: „Die ist so wertvoll, besser als Holz.“

In einem äußerst engen Wettbewerb im neu gebauten Cortina Sliding Centre hatten Wendl und Arlt nur 0,09 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner. Platz zwei sicherten sich die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl. Für das zweite deutsche Duo Toni Eggert und Florian Müller reichte es mit Platz vier nicht für eine Medaille.

Historischer Wettbewerb und italienischer Abend

Der Wettbewerb markierte ein historisches Ereignis: 62 Jahre nach dem Olympia-Debüt der Männer in Innsbruck/Igls gingen erstmals Frauen im Doppelsitzer bei Winterspielen an den Start. Insgesamt waren nur elf Teams am Start, da das Internationale Olympische Komitee nur eine Mannschaft je Nation zugelassen hatte. Dies hatte zur Folge, dass die WM-Zweiten und Europameister Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal nicht teilnehmen durften.

Der Abend entwickelte sich zu einem italienischen Triumph. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern siegten Gastgeber-Duos. „Ich war sau-nervös oben am Start bei beiden Läufen. Mir war es im Endeffekt scheißegal, was unten rauskommt. Ich wollte einfach nur Spaß haben“, meinte Magdalena Matschina über ihre Nervosität vor dem Rennen.

Erfolgsrezept und Ausblick

Für Eitberger und Matschina war der Silbererfolg besonders bemerkenswert, da die Olympia-Generalprobe in Oberhof zuvor komplett danebenging. Das Duo stürzte auf der Heimbahn, trat aber dennoch zum zweiten Lauf wieder an. „Wir fahren immer am Limit. Wir haben die Konzentration stets hochgehalten“, betonte die erfahrene Eitberger. Ihr Erfolgsrezept ist einfach: Den Schlitten auch mal „in die Ecke stellen, um hungrig zu bleiben“.

Das deutsche Team hat damit bereits vier Medaillen aus vier Rennen in Cortina d'Ampezzo eingesammelt. Der Medaillenrausch könnte am Donnerstag im Teamwettbewerb weitergehen. Für Wendl und Arlt bedeutet die Bronzemedaille auch einen Startplatz im Teamwettbewerb, während Eggert und Müller leer ausgingen.

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Außerhalb der Rodelbahn sorgte die US-Rodlerin Sophia Kirkby für Schlagzeilen. Die Fünftplatzierte bezeichnete sich selbst als „die begehrteste Junggesellin im olympischen Dorf“ und kündigte an, nach dem Rennen auf Dating-Plattformen aktiv zu werden. „Wenn ich also keine Olympioniken finde, bin ich sehr offen für Dates mit Fans“, betonte die 24-Jährige, die sich als Live-Version von „Olympia-Bachelorette“ sieht.