Eitberger zeigt Mitgefühl für ausgeschlossenen Skeleton-Olympioniken
Die deutsche Rennrodel-Silbermedaillengewinnerin Dajana Eitberger hat sich mitfühlend zur Disqualifikation des ukrainischen Skeletonfahrers Wladyslaw Heraskewytsch bei den Olympischen Winterspielen geäußert. In einer Pressekonferenz im Deutschen Haus in Cortina d'Ampezzo am Donnerstag zeigte sie tiefes Verständnis für die schwierige Situation des Athleten.
Persönliche Erfahrungen mit ukrainischen Flüchtlingen
Eitberger berichtete von persönlichen Erfahrungen, die ihre Haltung prägen. "Meine Familie hat für anderthalb Jahre eine ukrainische Flüchtlingsfamilie, eine Mutter und ihre zwei Kinder, bei uns zu Hause aufgenommen", erzählte die Sportlerin. Diese Begegnungen hätten ihren Blick auf alltägliche Situationen verändert und ihr gezeigt, wie tiefgreifend die Auswirkungen des Krieges sind.
"Da erlebt man Dinge, die man im normalen Alltag ganz anders betrachten würde", fügte Eitberger hinzu. Trotz ihres Mitgefühls betonte sie jedoch auch die Notwendigkeit, sich an die bestehenden Regeln zu halten.
Der Fall Heraskewytsch und die Helm-Kontroverse
Wladyslaw Heraskewytsch, der WM-Vierte im Skeleton, war nach einem Konflikt mit dem Internationalen Olympischen Komitee vom olympischen Wettkampf in Cortina d'Ampezzo ausgeschlossen worden. Der ukrainische Athlet bestand darauf, sowohl im Training als auch im Wettkampf einen Helm zu tragen, auf dem Porträts von im Krieg getöteten ukrainischen Sportlern zu sehen waren.
Das IOC entzog ihm daraufhin nicht nur die Startberechtigung, sondern auch seine Akkreditierung für die Winterspiele. Eine Entscheidung, die Eitberger zwar bedauert, die sie aber im Rahmen der olympischen Regeln als notwendig ansieht.
Die schwierige Trennung von Sport und Politik
"Politik und Sport lassen sich heutzutage einfach nicht mehr voneinander trennen", stellte Eitberger fest. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung, diese Bereiche dennoch möglichst getrennt zu halten, insbesondere wenn es um die Förderung des Sports geht.
Die Rodel-Sportlerin äußerte besonderes Bedauern darüber, dass Heraskewytsch die olympische Bühne nicht nutzen konnte, um die getöteten Athleten zu würdigen. "Es tut mir sehr leid für Wladi, dass er diesen Verlust hinnehmen muss und nicht die Möglichkeit hatte, den Einsatz dieser Sportler angemessen zu ehren", sagte sie mit spürbarer Betroffenheit.
Abschließend fasste Eitberger ihre Gefühle zusammen: "Es ist natürlich sehr bitter, dass er in diesem Wettkampf überhaupt nicht teilnehmen darf. Man muss sich an die Regeln halten, aber das macht die Situation nicht weniger schmerzhaft für alle Beteiligten."



