Wiesbaden – Ein überraschender Lichtblick für die deutsche Exportwirtschaft: Die Ausfuhren „Made in Germany“ sind im März 2026 trotz des anhaltenden Iran-Kriegs im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen. Auch im Jahresvergleich legten sie um 1,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Daten sind um Kalender- und Saisoneffekte bereinigt. Die Importe stiegen sogar noch deutlicher: Sie legten seit Februar um 5,1 Prozent und im Vorjahresvergleich um 7,2 Prozent zu.
Außenhandelsbilanz im März 2026
Den Exporten im Wert von 135,8 Milliarden Euro standen Importe im Wert von 121,5 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Außenhandelsüberschuss von 14,3 Milliarden Euro – nach 19,6 Milliarden Euro im Februar. Der Rückgang des Überschusses ist vor allem auf den starken Anstieg der Importe zurückzuführen.
USA-Geschäft bricht ein
Die Vereinigten Staaten blieben zwar der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Produkte, doch die Exporte dorthin sanken im Monatsvergleich um 7,9 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum März 2025 betrug der Rückgang sogar 21,4 Prozent. Auch die Ausfuhren nach China gingen um 1,8 Prozent zurück. Deutlich besser entwickelten sich die Exporte in die Europäische Union (plus 3,4 Prozent seit Februar) und nach Großbritannien (plus 3,2 Prozent).
Belastungen durch Iran-Krieg und Handelskonflikte
Der Iran-Krieg belastet die deutsche Wirtschaft zunehmend. Die gestiegenen Ölpreise infolge der Kämpfe im Nahen Osten verteuern den Transport von Waren und treffen die exportorientierte deutsche Wirtschaft besonders hart. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr bereits auf 0,5 Prozent halbiert. Hinzu kommen die erneuten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump, die befürchten lassen, dass der im Sommer 2025 zunächst beigelegte Handelskonflikt zwischen der EU und den USA wieder aufflammt.
Ausblick für das Exportjahr 2026
Noch im Februar hatten die deutschen Exporte nach einem schwachen Jahresbeginn deutlich zugelegt. Das Jahr 2025 war dank eines starken Dezembers erstmals seit zwei Jahren wieder positiv ausgefallen – trotz des Zollstreits mit den USA. Für 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) jedoch wegen des Iran-Kriegs nur noch mit einer Stagnation der Exporte, statt des zuvor erwarteten Plus von 1,0 Prozent.



