Max Langenhan vor historischem Olympia-Gold: Deutscher Rodler führt vor letztem Lauf
Der deutsche Rennrodel-Weltmeister Max Langenhan aus Thüringen steht unmittelbar vor dem größten Erfolg seiner Karriere. Nach einem überragenden dritten Lauf im Cortina Sliding Centre führt der 26-Jährige mit einem komfortablen Vorsprung von 0,294 Sekunden auf den österreichischen Verfolger Jonas Müller. Nur noch ein einziger Lauf trennt den zweimaligen Gesamtweltcupsieger von der ersten deutschen Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo.
Traumzeit trotz gesundheitlicher Einschränkungen
Besonders bemerkenswert ist Langenhans Leistung vor dem Hintergrund seiner gesundheitlichen Situation. Trotz starker Nackenschmerzen, die ihn bereits im Training beeinträchtigten, präsentiert sich der Rodler vom BRC Friedrichroda in absoluter Topform. Schon am Samstag hatte er mit zwei fehlerfreien Läufen und neuen Bahnrekorden überzeugt und setzte diese Serie im dritten Durchgang eindrucksvoll fort.
Für Langenhan wäre dieser Olympiasieg nicht nur der erste seiner Karriere, sondern auch die logische Fortsetzung einer beeindruckenden Erfolgsbilanz. Der Thüringer kann bereits auf sechs Weltmeistertitel in verschiedenen Disziplinen zurückblicken:
- Mehrfacher Weltmeister im Einsitzer
- Erfolge im Mixed-Einsitzer
- Titelgewinne mit der Teamstaffel
Enttäuschung für Felix Loch
Während Langenhan auf Goldkurs ist, erlebt sein Teamkollege Felix Loch eine erneute Enttäuschung. Der Olympiasieger von 2010 und 2014, der nach einer starken Weltcup-Saison als Mitfavorit nach Cortina gereist war, offenbarte erneut Probleme. Nach einem Patzer im ersten Lauf startete Loch nur als Achter in den zweiten Wettkampftag und liegt mittlerweile mit 1,374 Sekunden Rückstand auf Langenhan weit abgeschlagen.
Für den erfahrenen Rodler droht damit die dritte Olympia-Enttäuschung in Folge nach den unbefriedigenden Resultaten in Pyeongchang 2018 und Peking 2022. Die Medaillenchancen für Loch sind praktisch nicht mehr existent, während Langenhan die deutsche Hoffnung auf das erste Gold in Norditalien verkörpert.
Perfekter Auftakt für deutschen Schlittenverband
Ein Olympiasieg von Max Langenhan wäre für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) der ideale Start in die Winterspiele. Der Eiskanal in Cortina soll sich erneut als deutsche Goldrinne etablieren - eine Tradition, die in Peking 2022 mit beeindruckenden 16 Medaillen von Rodlern, Skeletonis und Bob-Piloten fortgesetzt wurde.
Langenhan könnte damit in die Fußstapfen von Johannes Ludwig treten, der 2022 in Peking triumphiert hatte und anschließend seine Karriere beendete. Der Thüringer hat bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme nach dem sechsten Platz in Peking 2022 die Chance, sich endgültig in die Geschichtsbücher des deutschen Rodelsports einzuschreiben.
Unterstützt wird der 26-Jährige in Cortina von einem lautstarken Thüringer Fanclub um Vater Uwe, der ihn an der Bahn anfeuert. Der entscheidende vierte und letzte Lauf beginnt um 18.34 Uhr und wird im SPORT1-Liveticker verfolgt.



