Johannes Lochner vor Olympia-Abschied: Bob-Pilot will sich nur selbst schlagen können
Der 35-jährige Bob-Pilot Johannes Lochner blickt mit großer Zuversicht auf seine letzten Olympischen Spiele in Cortina. Nachdem er bereits im September 2025 seinen Karriereende nach den Spielen angekündigt hat, möchte der deutsche Spitzenathlet nun den größtmöglichen Erfolg feiern: die lang ersehnte Goldmedaille.
„Die Bahn liegt mir so gut. Es liegt an mir.“
Im exklusiven Interview mit Münchner Merkur/tz äußerte sich Lochner selbstbewusst über seine Chancen. „Wenn es mir so von der Hand geht wie im Weltcup und in der gesamten Saison, muss Francesco sich schon strecken“, sagte er mit Blick auf seinen großen Konkurrenten Francesco Friedrich. Besonders im Zweierbob ist Lochner überzeugt: „Im Zweier kann ich mich eigentlich nur selbst schlagen.“
Die Rennen im Zweierbob finden am 16. und 17. Februar statt, der Viererbob-Wettkampf folgt am 21. und 22. Februar. Austragungsort ist das renommierte Cortina Sliding Centre in den italienischen Alpen.
Erfolgreiche Saison als Grundlage für Olympia-Traum
Lochner geht mit hervorragender Form in die Olympischen Winterspiele. In diesem Winter gewann er sowohl den Gesamtweltcup im Zweierbob als auch im Viererbob – eine beeindruckende Leistung, die seine Ambitionen untermauert. Bei den letzten Olympischen Spielen 2022 in Peking holte er zweimal Silber hinter Francesco Friedrich.
„Die Spiele in Peking liefen gut, zweimal Silber, da dachte ich: Damit kann ich leben, Francesco ist einfach so stark, dass ich nicht vorbeikomme“, erinnerte sich Lochner. Doch dann kam die Wende durch die neue Zusammenarbeit mit Anschieber Georg Fleischhauer.
Neue Motivation durch erfolgreiche Teamarbeit
„Durch die neue, erfolgreiche Zusammenarbeit mit Anschieber Georg Fleischhauer hat sich dann aber alles verändert“, erklärte Lochner. „Bei der WM 2023 in St. Moritz, nach einer Saison, die so unglaublich viel Spaß gemacht hat, in der mir alles so locker von der Hand gegangen ist, habe ich gemerkt: Es geht ja doch so einfach!“
Seit diesem Erlebnis verfolgt Lochner einen klaren Plan: „Seitdem ist der Plan, dass wir die Sache in Cortina mit Gold zu Ende bringen.“ Diese Entschlossenheit trägt er nun in seine letzten olympischen Wettkämpfe.
Abschied von der großen Bühne
Unabhängig von den Ergebnissen in Cortina wird Johannes Lochner nach den Olympischen Spielen seine Karriere beenden. Diese Entscheidung hatte er bereits im September 2025 öffentlich bekannt gegeben. Damit stehen die Wettkämpfe in Cortina nicht nur im Zeichen der Medaillenjagd, sondern auch als letzter großer Auftritt eines herausragenden Bob-Piloten.
Lochners Konkurrent Francesco Friedrich zeigt sich in der bisherigen Saison mit „nur“ drei Siegen noch nicht in seiner gewohnt dominanten Form. Dies könnte Lochner zusätzliche Chancen eröffnen, seinen Traum von Olympia-Gold zu verwirklichen und seine Karriere mit dem größtmöglichen Erfolg zu krönen.



