Tränen der Freude am „Traumtagerl“: Daniela Maier holt Olympia-Gold im Ski Cross
In beeindruckender und dominanter Manier hat Daniela Maier in Livigno den größten Triumph ihrer sportlichen Laufbahn gefeiert. Die 29-jährige Schwarzwälderin sicherte sich bei den Olympischen Winterspielen die Goldmedaille im Ski Cross und verwies dabei die Konkurrenz klar auf die Plätze. Nachdem sie in Peking noch Bronze gewonnen hatte, war sie diesmal vom ersten Lauf an unschlagbar und wurde kein einziges Mal überholt.
Emotionale Momente nach dem Sieg
In den Armen ihrer Familie wischte sich Daniela Maier nach dem Olympiasieg zunächst die Freudentränen aus den Augen. Wenige Augenblicke später kullerten die Tränen während der deutschen Nationalhymne erneut über ihre Wangen. „Das ist ein Traumtagerl“, sagte die tief bewegte Athletin in ihrem charakteristischen Dialekt. „So wie es gelaufen ist, definitiv. Es ist alles so aufgegangen, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich bin einfach ein bisschen sprachlos.“
Hinter Maier platzierten sich Fanny Smith aus der Schweiz auf Rang zwei und die Schwedin Sandra Näslund auf dem dritten Platz. Für die deutsche Skifahrerin bedeutet dieser Sieg den bisher größten Erfolg ihrer Karriere. „Sie ist schon gut schwer, aber sie fühlt sich ähnlich an wie die Bronzene“, kommentierte Maier die Goldmedaille um ihren Hals, die sie während des anschließenden Interview-Marathons schützend in den Händen hielt.
Perfekte Rennstrategie und starke Leistung
Cheftrainer Peter Stemmer zeigte sich überglücklich über den Erfolg seiner Schützling: „Wir hatten eigentlich schon seit September, Oktober einen klaren Plan. Da haben wir uns Steps gesetzt und die Dani hat das alles aber auch supergut umgesetzt.“ Maier, die gesundheitlich leicht angeschlagen nach Livigno gereist war, meisterte die Qualifikation am Morgen souverän und setzte sich auch in allen K.-o.-Runden durch.
In jedem ihrer vier Läufe führte die Deutsche von Beginn an und verteidigte ihren Vorsprung bis ins Ziel. „Wir hätten es uns nicht besser vorstellen können“, sagte Stemmer. „Sie hat kaum Fehler gemacht, sich genau in die richtige Stimmung reingebracht - das war extrem gut.“
Belohnung für hartes Durchhaltevermögen
Der Olympiasieg ist auch eine verdiente Belohnung für Maiers außergewöhnliches Durchhaltevermögen. In ihrer Karriere musste die Athletin mehrere schwere Verletzungen überwinden. Nach einem Knorpelschaden im Knie im Februar 2017 waren drei Operationen notwendig, wodurch sie die gesamte Saison 2017/18 verpasste. 2021 beendete sie die WM-Saison vorzeitig wegen eines Kreuzbandrisses, und im Januar 2024 fiel sie nach einer Syndesmoseband-Operation erneut mehrere Monate aus.
„Das ist so ein bisschen der Verdienst von dem Ganzen. Ich bin auch unheimlich stolz, dass ich so ein starkes Umfeld habe“, betonte die nunmehrige Olympiasiegerin. Anders als bei den Spielen in Peking 2022 konnte Maier ihren Erfolg diesmal von Beginn an uneingeschränkt genießen. Damals hatte eine umstrittene Juryentscheidung und eine anschließende Klage für monatelange Unsicherheit gesorgt, bevor ihr schließlich gemeinsam mit Fanny Smith die Bronzemedaille zugesprochen wurde.
Erlösung für deutsche Delegation
Für die deutsche Olympia-Delegation in Livigno bedeutete Maiers Goldmedaille eine ersehnte Erlösung. In den zurückliegenden knapp zwei Wochen hatten die Snowboarder und Freestyler zahlreiche Rückschläge hinnehmen müssen. Einige Athleten blieben hinter ihren Erwartungen zurück, andere wie Snowboarder Leon Ulbricht hatten Pech ohne eigenes Verschulden.
Nach Überquerung der Ziellinie wurde Maier von den deutschen Betreuern in Empfang genommen und stieß einen lauten Freudenschrei aus. Ihre Teamkolleginnen Luisa Klapprott, Leonie Bachl-Staudinger und Veronika Redder, die bereits im Achtelfinale ausgeschieden waren, feierten bei der Siegerehrung enthusiastisch mit. Redder hatte ihrer Teamkollegin vor dem Finale noch prophezeit: „Sie wird es rocken.“ Diese Vorahnung sollte sich auf beeindruckende Weise bewahrheiten.



