Olympia-Skandal im Langlauf: Flasche und Wachsmaschine sorgen für Aufregung
Bei den Olympischen Winterspielen in Tesero, Italien, sorgt ein doppelter Regelverstoß für erheblichen Wirbel im Langlauf-Lager. Ausgerechnet das US-Team um den überraschenden Silbermedaillengewinner Ben Ogden (26) und die dominierenden Norweger stehen im Zentrum der Kontroversen.
Verbotene Flasche im US-Team entdeckt
Wie ein Foto des finnischen Wachsmeisters Heikki Tonteri auf Instagram enthüllte, befand sich in der streng regulierten Wachszone des US-Teams eine Flasche. In diesem Bereich, in dem die Ski während der Wettkämpfe aufbereitet werden, sind Flüssigkeiten kategorisch untersagt. Der norwegische Rundfunk NRK berichtete, dass das US-Team den Regelverstoß eingestand, jedoch behauptete, die Flasche sei lediglich zur Handreinigung verwendet worden.
Die Regeln sind jedoch eindeutig: Flüssigkeiten sind in der Wachszone nicht gestattet. Da die Einspruchsfrist von 48 Stunden nach dem Rennen bereits abgelaufen war, bleibt das überraschende Silberergebnis von Ben Ogden im Sprintwettbewerb offiziell bestehen. FIS-Renndirektor Michal Lamplot bestätigte den Vorfall gegenüber NRK und kommentierte: „Es ist ein belebter Bereich und Fehler passieren.“
Norwegens Wachsmaschine löst Krisensitzung aus
Parallel beschäftigt die Langlauf-Community ein weiterer diskussionswürdiger Vorgang. Auch die norwegische Mannschaft sah sich mit Schummel-Vorwürfen konfrontiert, diesmal aufgrund einer vermeintlich nicht genehmigten Wachsmaschine. Solche Maschinen beschleunigen die Skipflege erheblich, unterliegen jedoch strengen Zulassungsregeln.
Die Skandinavier hatten die Maschine offiziell beim Skiverband registrieren lassen und eine Erlaubnis erhalten. Allerdings versäumte es die FIS, die anderen Nationen über diese Freigabe zu informieren. Dieser Fauxpas sorgte bei zahlreichen Teams für erheblichen Ärger und führte am Donnerstagabend zu einer Krisensitzung.
Renndirektor Lamplot stellte nach der Sitzung klar: „Norwegen hat nichts falsch gemacht. Sie haben um Erlaubnis gebeten und diese erhalten. Der einzige Fehler lag bei mir.“ Er räumte ein, dass er nach der Freigabe auch die anderen Teams hätte informieren müssen.
Dominanz von Klaebo bleibt unangetastet
Experten bezweifeln, dass eine zeitgerechte Information der anderen Teams das Endergebnis wesentlich verändert hätte. Zu überragend war die Leistung des norwegischen Langlauf-Königs Johannes Hoesflot Klaebo (29), der seine Dominanz in der Szene einmal mehr unter Beweis stellte. Die Kontroversen um die Flasche und die Wachsmaschine werfen jedoch Fragen zur Regelkontrolle und Transparenz bei Großereignissen auf.



