Verteidigungsminister fordert mehr Anerkennung für Bundeswehrsoldaten bei Olympia
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die deutsche Medienlandschaft dafür kritisiert, dass der Beitrag der Bundeswehr zu den deutschen Medaillenerfolgen bei den Olympischen Winterspielen in Italien zu wenig gewürdigt wird. Der SPD-Politiker äußerte sich am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel und betonte, dass ein Großteil der deutschen Erfolge direkt oder indirekt auf Bundeswehrsoldaten zurückzuführen sei.
„Ohne Bundeswehrsportsoldaten gibt es keine Medaille“
Pistorius erklärte deutlich: „Wer sich die deutschen Medaillenerfolge bis jetzt anguckt, der wird nicht umhinkommen, festzustellen, dass entweder die Medaillen von deutschen Sportsoldaten errungen wurden oder aber mindestens Bundeswehrsoldaten beteiligt waren an den Medaillen.“ Der Minister vermisst in den deutschen Medien entsprechende Hinweise darauf, obwohl dies in anderen Ländern durchaus üblich sei.
Die Athleten würden bei der Bundeswehr ihre Karriere machen, dort studieren oder eine Ausbildung absolvieren. „Sie und die Bundeswehr haben es verdient, dass darauf hingewiesen wird“, so Pistorius weiter. „Sie sind stolz darauf und ich bin es auch.“ Ohne die Unterstützung der Bundeswehrsportsoldaten gäbe es viele Medaillen nicht, betonte der Verteidigungsminister nachdrücklich.
Erfolgreiche Sportsoldaten bei den Winterspielen
Zu den herausragenden Bundeswehrsoldaten bei den aktuellen Winterspielen zählen unter anderem:
- Max Langenhan (Feldwebel) – Goldmedaillengewinner im Rennrodeln
- Julia Taubitz (Hauptfeldwebel) – Goldmedaillengewinnerin im Rennrodeln
- Philipp Raimund (Stabsunteroffizier) – Goldmedaillengewinner im Skispringen
Diese Sportler repräsentieren die erfolgreiche Sportförderung der Bundeswehr, die zahlreichen Athleten eine berufliche Perspektive neben ihrer sportlichen Karriere bietet.
Auch zivile Athleten erfolgreich
Allerdings gewannen in Italien auch Sportlerinnen und Sportler Medaillen, die nicht der Bundeswehr angehören. Ein Beispiel ist die Biathlon-Mixed-Staffel mit Franziska Preuß, Vanessa Voigt und Philipp Nawrath, die die Bronzemedaille errang. Insgesamt wurden 189 deutsche Athleten für die Winterspiele nominiert, wovon mehr als 70 zu Sportfördergruppen der Bundeswehr gehören.
Pistorius betonte jedoch, dass selbst bei Erfolgen von zivilen Athleten häufig Bundeswehrsoldaten im Hintergrund beteiligt seien – sei es als Trainer, Betreuer oder durch die Infrastruktur der militärischen Sportförderung.
Internationaler Vergleich und Forderungen
Der Verteidigungsminister wies darauf hin, dass in anderen Nationen die Verbindung zwischen Militär und Spitzensport viel stärker in der öffentlichen Wahrnehmung verankert sei. In vielen Ländern würden Medien regelmäßig über die militärische Zugehörigkeit erfolgreicher Athleten berichten und diese entsprechend würdigen.
Pistorius forderte die deutschen Medien auf, diesem Beispiel zu folgen und den Beitrag der Bundeswehr zum deutschen Spitzensport angemessen darzustellen. Die Sportförderung der Bundeswehr sei ein wichtiger Pfeiler des deutschen Leistungssports und verdiene mehr öffentliche Anerkennung, so der Minister abschließend.



