Franziska Preuß erlebt Olympia-Drama: Nerven versagen erneut beim Schießen
Preuß: Nerven versagen erneut bei Olympia

Franziska Preuß erlebt erneut bittere Olympia-Enttäuschung in Antholz

Die deutsche Biathlon-Hoffnung Franziska Preuß hat bei den Olympischen Winterspielen in Antholz eine weitere schmerzhafte Niederlage einstecken müssen. In der Verfolgung verpasste die Gesamtweltcupsiegerin erneut den ersehnten Gewinn einer olympischen Einzelmedaille, nachdem ihr beim letzten Schießen erneut die Nerven versagten.

Zwei Fehlschüsse zerstören Medaillentraum

Bis zum finalen Schießen lag Preuß auf Kurs für eine Podiumsplatzierung. Doch dann blieben zwei Scheiben stehen, was ihre Medaillenchancen zunichtemachte. Am Ende belegte die als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnete Athletin den sechsten Rang, nur etwa eine halbe Minute hinter den Podestplätzen.

„Ich merke schon, dass die Spannung im Körper steigt, und dann wird es unruhig. Dann schaffe ich es nicht mehr, dass ich den Schalter umlege, und es geht einfach so dahin“, beschrieb eine sichtlich mitgenommene Preuß ihre Gefühlslage nach dem Rennen. Die Enttäuschung war der 26-Jährigen deutlich anzusehen.

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„Hart und ernüchternd“ – Preuß kämpft mit Emotionen

Im Zielbereich brach die Emotionen über die Biathletin herein. Sie musste lange getröstet werden und zeigte sich anschließend tief enttäuscht. „Es ist schon hart und ernüchternd. Es ist schon hart, dass 30 Sekunden ein echt gutes Rennen zerstören. Aber so ist Biathlon“, kommentierte Preuß ihre Leistung.

Die Gesamtweltcupsiegerin räumte ein: „Gerade bin ich schon sehr enttäuscht, weil es wäre einfach möglich gewesen.“ Damit setzte sich eine Serie von Enttäuschungen fort – bereits in der Mixed-Staffel, dem Einzel und dem Sprint war Preuß das olympische Glück nicht hold gewesen.

Sportdirektor zeigt Verständnis und Zuversicht

Sportdirektor Felix Bitterling zeigte Verständnis für die emotionale Reaktion seiner Athletin. „Preuß hat es richtig gut gemacht bis zu diesem letzten Schießen, hat die Tür weit aufgestoßen und es dann nicht geschafft durchzugehen“, analysierte Bitterling die Situation.

Er betonte: „Sie ist sehr, sehr traurig, das darf sie auch sein für ein paar Stunden. Dann gilt es, sich wieder zu justieren.“ Bitterling verwies darauf, dass Preuß in der Vergangenheit bewiesen habe, mit Drucksituationen umgehen zu können: „Preuß hat es viele Jahre geschafft, in solchen Situationen zu bestehen. Derzeit struggelt sie da etwas.“

Letzte Chancen in der zweiten Olympia-Woche

Der Sportdirektor äußerte sich dennoch optimistisch für die verbleibenden Wettkämpfe: „Was wir im Training sehen, ist, dass sie den Bock jederzeit umstoßen kann. Von daher sind wir positiv mit Blick auf die zweite Woche, dass wir da in solchen Momenten eine andere Franzi sehen.“

Preuß selbst wollte zunächst nicht an die kommenden Wettbewerbe denken. Die Staffel der Frauen am Mittwoch und der abschließende Massenstart am Samstag bieten ihr die letzten Gelegenheiten für eine olympische Einzelmedaille. „Ich bin einfach down. Ich glaube, man darf auch einfach mal enttäuscht sein“, gestand die Athletin. „Morgen schaue ich, dass ich wieder zuversichtlich bin.“

Die Situation zeigt erneut, wie gnadenlos der Biathlon-Sport sein kann. Ausgerechnet die deutsche Top-Athletin, die in der laufenden Weltcup-Saison so dominant aufgetreten war, findet bei den Olympischen Spielen nicht zu ihrer gewohnten Stärke zurück. Die psychologische Komponente des Sports wird bei Preuß' Leistungen in Antholz besonders deutlich.

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