Olympia 2026: Philipp Raimund attackiert slowenische Fans nach fiesen Beschimpfungen
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 ist es zu einem unschönen Zwischenfall im Skispringen gekommen. Der deutsche Olympiasieger von der Normalschanze, Philipp Raimund, wurde nach seinem neunten Platz von der Großschanze von slowenischen Fans lautstark beschimpft. Der 24-Jährige zeigte sich davon sichtlich genervt und reagierte in der Mixed Zone mit deutlichen Worten.
Der Vorfall im Detail
Etwa zwanzig slowenische Anhänger riefen Raimund kurz vor seinem Interview in der Mixed Zone ein lautes "Nein, nein, nein" entgegen. Hintergrund dieser Aktion ist ein Vorfall bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf. Dort hatte der Schweizer FIS-Koordinator Hubert Mathis mit einer klaren Geste und mehrfachen "Nein"-Rufen die Teilnahme des slowenischen Superstars Domen Prevc im Teamwettbewerb verhindert, nachdem sich dessen Skier gelöst hatten.
Die slowenischen Fans übertrugen diesen Konflikt nun offenbar auf Raimund, obwohl dieser mit dem Vorfall in Oberstdorf nichts zu tun hat. Ob die Anhänger den deutschen Springer mit dem Schweizer Koordinator verwechselten oder ihm einfach die Schuld für den damaligen Vorfall gaben, bleibt unklar.
Raimunds deutliche Reaktion
"Die wissen aber schon, dass der Hubert, der oben reingekommen ist beim Domen beim Skifliegen, Schweizer ist? Ich habe damit ja gar nichts am Hut", erklärte Raimund gegenüber SPORT1. Der Skispringer wurde noch deutlicher: "Von daher finde ich es unpassend, jetzt wo der Domen gewonnen hat, mir das hinterherzuwerfen. Komplett unnötig, zeugt aber von menschlicher Schwäche."
Raimund betonte, dass er ohnehin bereits nicht in bester Stimmung gewesen sei, nachdem er auf der Großschanze nur den neunten Platz erreicht hatte. Die zusätzlichen Beschimpfungen der Fans hätten die Situation weiter verschärft.
Gutes Verhältnis zu Prevc
Interessant ist dabei, dass Raimund und der slowenische Skisprungstar Domen Prevc ein ausgesprochen gutes Verhältnis pflegen. Kurz vor dem Wettkampf von der Normalschanze waren beide sogar noch in ein intensives Gespräch vertieft, als sie gemeinsam an der Schanze entlangschlenderten.
"Ich bin mit dem Domen voll fein. Ich mag ihn sehr und komme generell mit jedem Springer klar", sagte Raimund. Der deutsche Athlet kritisierte jedoch das Verhalten mancher Fans: "Ich glaube, die Fans nehmen sich manchmal zu viele Rechte raus."
Hintergrund des Konflikts
Der eigentliche Auslöser der Spannungen liegt mehrere Monate zurück. Bei der Skiflug-WM in Oberstdorf hatte FIS-Koordinator Hubert Mathis aus der Schweiz entschieden, dass Domen Prevc nach einem Ski-Problemen nicht am Teamwettbewerb teilnehmen durfte. Diese Entscheidung sorgte damals für große Empörung in slowenischen Fan-Kreisen.
Offenbar suchten einige dieser Fans nun bei den Olympischen Spielen ein Ventil für ihren angestauten Frust und richteten ihn fälschlicherweise gegen Philipp Raimund. Der deutsche Springer musste sich somit für etwas verantworten, mit dem er tatsächlich nichts zu tun hatte.
Der Vorfall zeigt, wie emotional aufgeladen internationale Sportwettkämpfe sein können und wie schnell sich Konflikte aus anderen Zusammenhängen auf unschuldige Athleten übertragen können. Raimunds klare Worte machen deutlich, dass auch Profisportler Grenzen des respektvollen Umgangs einfordern.



