Ukrainischer Skeletonfahrer nach Olympia-Ausschluss: Emotionale Worte im TV-Interview
Skeletonfahrer nach Olympia-Ausschluss: Emotionale Worte

Ukrainischer Skeletonfahrer nach Olympia-Ausschluss: Emotionale Worte im TV-Interview

Der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch darf aufgrund seines speziellen Helms nicht an den Olympischen Winterspielen teilnehmen. Nach der umstrittenen Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees gab der 27-Jährige ein bewegendes Fernsehinterview im ZDF, in dem er seine Position ausführlich darlegte und seine Enttäuschung zum Ausdruck brachte.

Konflikt um Helm mit Gedenkmotiven

Heraskewytsch trug einen Helm, der Porträts ukrainischer Sportler zeigte, die im Krieg von russischen Soldaten getötet wurden. Das IOC disqualifizierte ihn mit der Begründung, dies verstoße gegen Regel 50, die politische, religiöse oder rassistische Propaganda verbietet. „Ich habe keine Begründung gehört. Ich hörte nur, dass es sich um einen Verstoß gegen Regel 50 handelt“, erklärte der Athlet im rund viereinhalbminütigen Gespräch.

Der Ukrainer betonte nachdrücklich, dass sein Helm keine politische Botschaft darstelle: „Das ist keine politische Propaganda, das ist keine rassistische Propaganda und ich belästige mit diesem Helm niemanden. Daher glaube ich, dass dieser Helm keine Regeln verletzt.“ Er verwies auf vergleichbare Fälle, bei denen das Gedenken an Verstorbene auf olympischer Bühne erlaubt war, etwa bei einem Eiskunstläufer, der seine bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Eltern ehrte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bewegende Begründung und geplante rechtliche Schritte

Für Heraskewytsch war das Tragen des Helms eine Frage der Ehre: „Wie ich vom ersten Tag an gesagt habe, werde ich diese Leute nicht im Stich lassen.“ In emotionalen Worten fügte er hinzu: „Weil sie es verdienen, hier zu sein. Dank ihrer Opfer können wir heute hier sein. Wir sind dank ihnen am Leben, dank ihrer Opfer.“ Einige der porträtierten Sportler seien seine Freunde gewesen oder Freunde von Athleten aus der olympischen Familie.

Der Skeletonfahrer kündigte an, den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof zu bringen: „Wir werden einen Fall für den CAS vorbereiten und für unsere Rechte kämpfen.“ Das IOC hatte ihm nicht nur die Teilnahme an den Wettkämpfen verwehrt, sondern auch die Akkreditierung für die laufenden Winterspiele entzogen.

Verpasste Medaillenchance und Botschaft an Deutschland

Trotz der Enttäuschung betonte Heraskewytsch, dass ihm sein Gedenken wichtiger sei als sportlicher Erfolg: „Manche Dinge sind wichtiger als Medaillen. Ich glaube, hier in diesem Helm zu stehen und die Verstorbenen zu vertreten, ist wichtiger, als eine Medaille zu gewinnen.“ Gleichzeitig räumte er ein, eine realistische Medaillenchance gehabt zu haben: „Die letzten Tage waren ein gutes Training für mich, ich war schnell, ich gehörte zu den besten Athleten. Ich hätte morgen Medaillengewinner sein können.“

Am Ende des Interviews wandte sich der Ukrainer auf Deutsch an das Publikum: „Das ist eine schwierige Zeit in der Ukraine und es ist wichtig, zu helfen. Danke.“ Diese Worte unterstreichen die persönliche Betroffenheit und die humanitäre Dimension des Konflikts, der nun auch die olympische Bühne erreicht hat.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration