Olympische Winterspiele: Das Märchen der Ski-Exoten aus aller Welt
Sie werden mit Sicherheit keine Medaillen gewinnen, doch dafür erobern sie die Herzen der Zuschauer bei den Olympischen Winterspielen. Während heute beim Riesenslalom in Bormio die Ski-Stars aus der Schweiz, Österreich und Norwegen nach dem ersten Lauf längst im Ziel sind, beginnt für eine besondere Gruppe von Athleten erst das olympische Märchen: die Ski-Exoten aus Nationen, die man normalerweise nicht mit Wintersport in Verbindung bringt.
Premieren und historische Teilnahmen im Fokus
Als Letzter von insgesamt 81 Startern geht Issa Gachingiri Laborde Dit Pere für Kenia ins Rennen. Der 18-Jährige, Sohn eines Franzosen und einer Kenianerin, wuchs in Grenoble auf. Sein Vater arbeitete als Pistenretter, wodurch er früh mit dem Skisport in Berührung kam. Der Fahnenträger seines Landes bei der Eröffnungsfeier ist der erste männliche Skirennläufer für Kenia bei Olympia überhaupt.
Ebenfalls eine Premiere feiert Nathan Tchibozo. Der 21-Jährige nimmt als erster Sportler für Benin an Winterspielen teil. Der in Paris geborene Tchibozo startete zunächst für Frankreich, fuhr von 2022 bis 2025 für Togo Rennen und wechselte dann 2025 zum beninischen Verband. Jetzt repräsentiert er das westafrikanische Land auf der olympischen Bühne.
Karibik, Asien und erfahrene Teilnehmer
Der in Kalifornien geborene Nikhil Alleyne fährt seit der Saison 2021/22 für Trinidad und Tobago und wird damit der erste Skirennläufer aus dem karibischen Land bei Olympischen Spielen. Mit gerade einmal 17 Jahren feiert der deutsche Schüler Fabian Wiest für Thailand seine Olympia-Premiere. Als Sohn eines Deutschen und einer Thailänderin startet er für das Heimatland seiner Mutter.
Ebenfalls 17 Jahre alt ist Thomas Weir, der für Südafrika an den Start geht. Im Gegensatz dazu ist Shannon-Ogbnai Abeda fast schon ein alter Hase. Der 29-Jährige startet für Eritrea und nimmt nach 2018 und 2022 bereits an seinen dritten Olympischen Spielen teil. Für Mathieu Gravier aus Madagaskar sind es nach den Spielen in Peking 2022 schon die zweite Olympia-Teilnahme.
Besondere Geschichten und emotionale Momente
Für Haiti geht Richardson Viano an den Start. Der 23-Jährige, der bereits seine zweite Olympia-Teilnahme absolviert, hat eine besondere Beziehung zu Italien. Mit drei Jahren wurde er von einer italienischen Familie adoptiert, wuchs aber im französischen Briançon an der Grenze zu Italien auf. Im November 2019 wechselte Viano vom französischen zum haitianischen Skiverband.
Sie werden alle nicht auf dem Podest stehen, doch wenn einer dieser Ski-Exoten heute ohne Sturz und Ausfall ins Ziel kommt, dann ist ihnen der Applaus der Zuschauer gewiss. Diese Athleten repräsentieren nicht nur ihre Länder, sondern auch die globale Verbreitung und Faszination des Wintersports. Ihre Teilnahme ist ein Zeichen für die olympische Idee, die über Medaillen und Rekorde hinausgeht.



