Julia Taubitz: Olympiasieg in Cortina heilt Wunde von Peking 2022
Taubitz: Gold in Cortina heilt Peking-Trauma

Julia Taubitz: Olympiasieg in Cortina heilt Wunde von Peking 2022

Ihr Olympia-Trauma ist endlich besiegt. Julia Taubitz krönt sich bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo zur Olympiasiegerin im Rodeln und beweist damit eindrucksvoll, dass Wiedergutmachung möglich ist – auch wenn man eine lange Zeit darauf warten muss.

Vier Jahre des Wartens und der Entwicklung

„Vor vier Jahren meinten alle, ‚In 4 Jahren hast du die Chance wieder.‘ Und ich hab immer gesagt: ‚Das sind verdammt lange vier Jahre, das ist eine ewig lange Zeit‘.“ Das sagte Julia Taubitz noch Anfang dieses Jahres auf die Frage, ob sie mit einem Jetzt-erst-Recht-Gefühl bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina an den Start geht.

Denn vor genau vier Jahren war ihr bei den Winterspielen in Peking eine sicher vermutete Goldmedaille entglitten. Die Favoritin fuhr im ersten Lauf noch Bahnrekord, doch auf Goldkurs liegend, schlug das Schicksal zu. Taubitz stürzte in Lauf Nummer zwei und blieb am Ende sogar ganz ohne Medaille.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Enttäuschung damals war immens, doch wie sie erklärte, ist sie im Nachhinein sogar froh um diese schwierigen Momente: „Mittlerweile bin ich dankbar dafür, weil ich daraus viel Stärke ziehen konnte. Ich habe mich persönlich und sportlich sehr daran entwickelt. Wenn man immer nur gewinnt, dann lernt man nichts.“

Emotionaler Triumph mit klarer Botschaft

Dass sie viel gelernt hat, bewies sie nun in Cortina. Mit einem klaren Vorsprung von fast einer Sekunde – Welten im Rodelsport – erfüllte sich die 29-Jährige ihren Goldtraum. Doch der große Abstand machte es nicht minder emotional, das bewiesen ihre Tränen, als die Goldmedaille mit vier Jahren Verspätung endlich ihr gehörte.

„Jeder weiß, dass Peking die vergangenen dreieinhalb Jahre Thema bei mir war. Das gehört auch immer dazu, man kann das nicht einfach rauslöschen, das ist immer präsent. Aber ich hoffe, dass ich für viele auch ein Vorbild bin und man sieht, dass man auch nach so einem Rückschlag seinen Kindheitstraum immer noch erfüllen kann“, sagte die überglückliche Taubitz nach ihrem Coup.

Kampfgeist und Teamgeist als Erfolgsfaktoren

Für Bundestrainer Patrick Leitner ist die „Kämpferin“ ohnehin ein Vorbild, was er mit der Erinnerung an einen weiteren Moment vor vier Jahren unterstrich. Obwohl sie kurz zuvor noch in Tränen war, sei sie bei der Ankunft von Natalie Geisenberger und Anna Berreiter nach deren Doppelerfolg im Olympischen Dorf klatschend an der Seite gestanden – für Leitner ist sie auch deshalb „eine Sportlerin, die man kaum beschreiben kann.“

Dass Taubitz diese Leistung nun zum Höhepunkt abrufen konnte, war dennoch nicht selbstverständlich. Die laufende Saison begann für Taubitz alles andere als gewohnt. In den ersten beiden Weltcup-Rennen fuhr sie mit den Rängen zwölf und acht nur hinterher. Beim Heimweltcup in Winterberg im Januar wurde sie zudem von einer Erkältung geschwächt.

Revue der Erinnerungen und Mut für die Zukunft

Wie schnelllebig der Rodelsport ist, bewies allerdings nicht nur Taubitz‘ Missgeschick in Peking, sondern auch der dritte Lauf ihrer Teamkollegin Merle Fräbel in Cortina. Zuvor lag sie auf Augenhöhe mit Taubitz, doch dann schlugen die Nerven bei der jungen Deutschen zu. Nach mehreren Bandenkontakten beim Start verlor die auf Podestkurs liegende 22-Jährige jegliche Chance auf eine Medaille.

„Man hat da nochmal gesehen, wie schnell es vorbei sein kann. Das war auch ein bisschen Revue mit Peking. Ich habe die letzten drei Jahre aber viel gearbeitet und konnte mich da wieder gut rausholen. Ich bin dann wieder in meine Bubble gegangen und habe den letzten Lauf nochmal richtig genossen“, sagte Taubitz und verriet somit, dass der Moment auch bei ihr kurzzeitig Erinnerungen weckte.

Umso höher ist es einzuschätzen, dass Taubitz diese abschüttelte und ihre vier Läufe sauber runterbrachte. Und sie wird ihrer Teamkollegin sicherlich Mut machen können, dass Wiedergutmachung möglich ist – das hat sie mit dem Olympiasieg schließlich eindrucksvoll bewiesen. Ihr Triumph ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch eine Lektion in Resilienz und Durchhaltevermögen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration