Trans-Mann Elis Lundholm trotz Letztplatzierung weiter im Olympia-Rennen
Elis Lundholm (23) hat bei der Olympia-Qualifikation auf der Buckelpiste in Livigno einen historischen Schritt getan. Der Schwede startete als erster offen transsexueller Athlet bei Olympischen Winterspielen und landete mit nur 12,05 Punkten auf dem letzten Platz 29. Zum Vergleich: Die Qualifikationssiegerin Jakara Anthony aus Australien erreichte 81,65 Punkte. Die Italienerin Manuela Passaretta trat im 30er-Feld gar nicht erst an.
Zweite Chance durch speziellen Qualifikationsmodus
Trotz der enttäuschenden Platzierung darf Lundholm weiter auf den Einzug ins Finale am Mittwoch (14.15 Uhr) hoffen. Grund dafür ist der besondere Qualifikationsmodus. Die besten zehn Athletinnen der ersten Qualifikationsrunde sind direkt für das Finale qualifiziert. Alle anderen Starterinnen erhalten in einer zweiten Qualifikationsrunde am Mittwoch um 11 Uhr eine weitere Chance. Dort qualifizieren sich erneut die besten zehn von dann insgesamt 20 Athletinnen für die Endrunde.
Das bedeutet: Wenn Lundholm in der zweiten Qualifikationsrunde unter die besten zehn kommt, darf er wenige Stunden später beim Finale an den Start gehen. Unabhängig vom weiteren Wettkampfverlauf hat der Schwede bereits jetzt Geschichte geschrieben. Als erster offen transsexueller Athlet bei Winterspielen setzt er ein wichtiges Zeichen für Vielfalt und Inklusion im Spitzensport.
Persönlicher Weg und sportliche Akzeptanz
Elis Lundholm wurde als Frau geboren, identifiziert sich aber als Mann und startet im Frauen-Wettbewerb. Der Athlet aus Värmdö, einer Gemeinde nahe Stockholm, machte vor fünf Jahren sein Coming-out offiziell. In der Buckelpisten-Szene wurde er stets gut aufgenommen. Lundholm betonte gegenüber dem schwedischen TV-Sender SVT: „Ich hatte mein Coming-out und mich als Mann identifiziert. Aber ich trete bei den Frauen an, weil sie die gleichen Voraussetzungen wie ich haben. Und das ist für alle auch okay.“
Da Lundholm keine geschlechtsangleichenden Operationen durchführen ließ und auch juristisch keine Änderung des Geschlechtseintrags vorgenommen hat, wurde er gemäß den geltenden Regularien vom Nationalen Olympischen Komitee Schwedens für das Frauenteam nominiert. Diese Entscheidung folgt den aktuellen Richtlinien für transsexuelle Athletinnen und Athleten im olympischen Sport.
Der sportliche Weg von Elis Lundholm zeigt, wie sich der Spitzensport langsam für mehr Diversität öffnet. Seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des internationalen Sports. Ob er das Finale erreicht oder nicht – sein Mut und seine Entschlossenheit haben bereits jetzt bleibenden Eindruck hinterlassen.



