Olympia 2026: Ukrainischer Skeletonfahrer nach Helm-Disqualifikation emotional im TV
Ukrainischer Skeletonfahrer nach Helm-Disqualifikation emotional

Emotionaler TV-Auftritt nach olympischer Disqualifikation

Der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch darf bei den Olympischen Winterspielen 2026 nicht starten. Grund dafür ist sein spezieller Helm, der Porträts ukrainischer Sportler zeigt, die im Krieg von russischen Soldaten getötet wurden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) disqualifizierte den 27-Jährigen und entzog ihm sogar die Akkreditierung für die laufenden Spiele.

Bewegende Worte im ZDF-Interview

Nach dieser Entscheidung gab Heraskewytsch ein rund viereinhalbminütiges Interview im ZDF, in dem er seine Position deutlich machte. „Ich habe keine Begründung gehört. Ich hörte nur, dass es sich um einen Verstoß gegen Regel 50 handelt“, erklärte der Athlet zu Beginn. Er betonte, dass sein Helm seit dem ersten Tag des Tragens nie gegen Regeln verstoßen habe und dies auch in einem Treffen mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry am Cortina Sliding Centre bekräftigte.

„Das ist keine politische Propaganda, das ist keine rassistische Propaganda und ich belästige mit diesem Helm niemanden. Daher glaube ich, dass dieser Helm keine Regeln verletzt“, stellte Heraskewytsch klar. Er verwies auf vergleichbare Fälle, bei denen Trauerbekundungen auf olympischer Bühne erlaubt waren, wie etwa bei einem Eiskunstläufer, der seine bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Eltern ehrte, oder einer kanadischen Freestyle-Skifahrerin, die einem verstorbenen Kollegen gedachte.

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„Dank ihrer Opfer können wir heute hier sein“

Ohne den besonderen Helm zu fahren, sei für ihn nie eine Option gewesen. „Wie ich vom ersten Tag an gesagt habe, werde ich diese Leute nicht im Stich lassen“, sagte Heraskewytsch. In bewegenden Worten fügte er hinzu: „Weil sie es verdienen, hier zu sein. Dank ihrer Opfer können wir heute hier sein. Wir sind dank ihnen am Leben, dank ihrer Opfer.“ Einige der Geehrten seien seine Freunde gewesen, andere Freunde von Athleten aus der olympischen Familie.

Der Ukrainer betonte, dass das Ehren dieser Menschen keinen Regelverstoß darstelle. „Manche Dinge sind wichtiger als Medaillen. Ich glaube, hier in diesem Helm zu stehen und die Verstorbenen zu vertreten, ist wichtiger, als eine Medaille zu gewinnen“, erklärte er. Dennoch räumte er ein, eine gute Medaillenchance gehabt zu haben: „Die letzten Tage waren ein gutes Training für mich, ich war schnell, ich gehörte zu den besten Athleten. Ich hätte morgen Medaillengewinner sein können.“

Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof angekündigt

Heraskewytsch kündigte an, den Konflikt vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ausfechten zu wollen. „Wir werden einen Fall für den CAS vorbereiten und für unsere Rechte kämpfen“, sagte der 27-Jährige. Er fühle sich um seinen olympischen Moment betrogen: „Aber wir werden es nie erfahren, weil mir mein olympischer Moment gestohlen wurde.“

Zum Abschluss des Interviews bat Heraskewytsch darum, noch etwas auf Deutsch sagen zu dürfen: „Das ist eine schwierige Zeit in der Ukraine und es ist wichtig, zu helfen. Danke.“ Diese Worte unterstreichen die emotionale Tiefe der Situation und die persönliche Betroffenheit des Athleten.

Die Disqualifikation hat nicht nur sportliche, sondern auch symbolische Bedeutung, da sie Fragen zur Auslegung olympischer Regeln und zum Umgang mit persönlichem Gedenken im Spitzensport aufwirft. Heraskewytsch bleibt mit seiner Haltung ein Beispiel für die Verbindung von Sport und menschlichem Engagement in schwierigen Zeiten.

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