Franjo von Allmen: Vom Zimmermann zum dreifachen Olympia-Goldkönig
Von Allmen: Zimmermann wird dreifacher Olympia-Goldkönig

Dreifacher Olympia-Triumph: Franjo von Allmen schreibt Ski-Geschichte

In Bormio hat der Schweizer Skirennfahrer Franjo von Allmen bei den Olympischen Winterspielen historische Dimensionen erreicht. Mit seinem Sieg im Super-G sicherte sich der 24-Jährige bereits seine dritte Goldmedaille bei diesen Spielen und reiht sich damit in die Riege der größten Alpin-Legenden ein.

Einzug in den Olymp der Ski-Geschichte

Nur Toni Sailer (1956), Jean-Claude Killy (1968) und Janica Kostelic (2002) war es zuvor gelungen, bei einer Olympia-Ausgabe dreimal Gold zu gewinnen. Franjo von Allmen ist nun der vierte Athlet, dem dieses Kunststück gelingt, und der dritte männliche Skirennfahrer in der Geschichte des Sports.

„Ich versuche irgendwie zu realisieren, was eigentlich abgeht“, gestand der überwältigte Schweizer nach seinem Triumph. „Es fühlt sich an wie ein Traum. Dreimal Gold, das ist absoluter Wahnsinn.“

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Außergewöhnliche Karriere mit Bodenhaftung

Was die Leistung des Berner Kantons-Sportlers besonders bemerkenswert macht, ist sein außergewöhnlicher Werdegang. Im Alter von 17 Jahren verlor von Allmen plötzlich seinen Vater und konnte seine Ski-Karriere nur dank einer Crowdfunding-Aktion in seinem Heimatdorf fortsetzen.

Parallel zum Training absolvierte er eine Lehre als Zimmermann und geht dieser Arbeit auch heute noch regelmäßig nach. „Der Beruf gibt mir die nötige Bodenhaftung“, erklärt der Ausnahmeathlet, der betont: „Skigeschichte ist für mich nicht sehr wichtig. Ich versuche, die Momente hier zu genießen.“

Dominanz bei Großereignissen

Innerhalb von nur zwölf Monaten hat von Allmen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen insgesamt fünf Goldmedaillen gewonnen – eine beeindruckende Bilanz für einen Sportler, der im Weltcup bislang lediglich fünf Siege feiern konnte.

Im olympischen Super-G von Bormio setzte sich der Schweizer mit 0,13 Sekunden Vorsprung vor dem US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle durch. Dritter wurde sein Landsmann Marco Odermatt (+0,28), der als Favorit in die Wettkämpfe gegangen war und nun nur noch im Riesenslalom auf Medaillenjagd gehen kann.

Lebensfreude jenseits der Piste

Anders als manch anderer Spitzensportler pflegt Franjo von Allmen eine ausgeprägte Lebensfreude abseits des Skisports. In seiner Stamm-Après-Ski-Bar kreierte er 2022 einen eigenen Likör namens „Franatiker“ – ein neonblauer Drink mit Passionsfrucht-Vanille-Zitronen-Geschmack, der nach seinen Fans benannt ist.

Der passionierte Motorradfahrer und -schrauber weiß jedoch auch Grenzen zu setzen. Auf die Frage, ob er sich nicht zur Erinnerung an seine olympischen Triumphe etwas tätowieren lassen wolle, antwortete er schlagfertig: „Auf einen Ferrari klebt man ja auch keinen Kleber.“

Zukunft mit Bodenständigkeit

Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Italiener Giovanni Franzoni, Silbermedaillengewinner in der Abfahrt, schickt sich von Allmen an, künftig die Speed-Disziplinen im alpinen Skisport zu dominieren.

Was genau die Zukunft nach diesen historischen Winterspielen für ihn bereithält, weiß der dreifache Goldmedaillengewinner noch nicht. „Ich bin gespannt, was auf mich zukommt“, sagte von Allmen, versprach aber mit charakteristischer Bescheidenheit: „Eines ist sicher: Ich bleibe mir treu.“

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