Wüst vor Olympia-Referendum: Erwartet klare Zustimmung für Rhein-Ruhr-Bewerbung
Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, blickt mit großer Zuversicht auf das bevorstehende Ergebnis der Bürgerbefragung zur Olympia-Bewerbung der Region Köln/Rhein-Ruhr. Bei einem Termin in Düsseldorf äußerte der CDU-Politiker seine optimistische Einschätzung: „Nach allem, was ich so wahrnehme von den Menschen, wird die Zustimmung sehr, sehr klar sein.“
Breite Bürgerbeteiligung als entscheidender Faktor
Seit Mitte März haben rund vier Millionen Bürgerinnen und Bürger in 17 nordrhein-westfälischen Kommunen Briefwahlunterlagen erhalten, in denen sie über die Beteiligung ihrer Kommune an der Olympia-Kampagne abstimmen können. „Niemand fragt so viele Menschen wie wir“, betonte der 50-jährige Ministerpräsident und verwies auf die zahlreichen zustimmenden Reaktionen, die er persönlich vernommen habe.
Die Auszählung der Stimmen erfolgt am kommenden Sonntagabend. Ein mehrheitliches Ja der Bevölkerung ist eine zwingende Voraussetzung, um im nationalen Auswahlverfahren für die deutsche Olympia-Bewerbung weiterhin berücksichtigt zu werden.
Nationales Auswahlverfahren mit vier Kandidaten
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September im Rahmen einer Mitgliederversammlung in Baden-Baden über den deutschen Bewerber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entscheiden. Neben der Rhein-Ruhr-Region bewerben sich München, Hamburg und Berlin um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044.
Die Bewertung der vier Kandidaten erfolgt durch den DOSB anhand einer komplexen Matrix, in der neben der öffentlichen Unterstützung weitere gewichtige Faktoren berücksichtigt werden, darunter insbesondere die internationale Strahlkraft der Bewerberregion. Die endgültige Entscheidung treffen jedoch die Delegierten der Mitgliederversammlung.
Vergleich mit anderen deutschen Bewerbern
München konnte bei seinem Referendum im vergangenen Herbst eine deutliche Zustimmung von 66,4 Prozent der Bevölkerung verzeichnen. In Hamburg findet die Bürgerbefragung am 31. Mai statt, während Berlin als vierter deutscher Interessent auf ein Referendum verzichtet.
Alle Bewerber haben bis Anfang Juni Zeit, ihre Konzepte noch einmal anzupassen und zu optimieren. Der DOSB, der bereits als offizieller Bewerber beim IOC registriert ist, rechnet damit, dass eine Vergabe der Sommerspiele 2036 frühestens im Jahr 2027 erfolgen wird.
Historischer Hintergrund der Rhein-Ruhr-Bewerbung
Die Region Rhein-Ruhr hatte bereits 2021 mit einer Initiative um die Ausrichtung der Sommerspiele 2032 geworben, die damals jedoch nicht vom DOSB unterstützt wurde. Das IOC vergab die Wettbewerbe schließlich an das australische Brisbane. Die aktuelle Bewerbung für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 genießt nun die offizielle Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbundes und stellt einen neuen Anlauf für die olympische Bewerbung Nordrhein-Westfalens dar.



