Dramatischer Sprint auf der Zielgeraden entscheidet Klassiker
Beim traditionsreichen Eintagesrennen Quer durch Flandern hat sich ein atemberaubendes Finale entwickelt, das die Radsportwelt in Aufregung versetzt. Der italienische Zeitfahr-Spezialist Filippo Ganna vom Team Ineos-Grenadiers konnte den lange dominierenden Belgier Wout van Aert vom Team Visma-Lease a Bike erst im allerletzten Moment überholen und sich den Sieg sichern.
Van Aerts Soloflucht endet bitter
Wout van Aert, der belgische Publikumsliebling, hatte das Rennen über weite Strecken geprägt und sich 37 Kilometer vor dem Ziel am anspruchsvollen Eikenberg entscheidend abgesetzt. Nachdem er das vorherige Spitzenduo um Romain Grégoire und Niklas Larsen eingeholt hatte, distanzierte er am Nokereberg, weniger als zehn Kilometer vom Ziel entfernt, auch seinen letzten Begleiter. Doch das herannahende Peloton und die unerbittliche Verfolgungsarbeit von Filippo Ganna bereiteten seinem Traum vom Heimsieg ein jähes Ende.
Für van Aert bedeutet diese Niederlage eine besonders bittere Enttäuschung, da er bereits im Vorjahr bei Quer durch Flandern auf ähnlich dramatische Weise den Sieg verpasst hatte. Vier Tage vor der prestigeträchtigen Flandern-Rundfahrt zeigte er zwar eindrucksvolle Form, musste sich aber erneut mit dem zweiten Platz begnügen.
Gannas erster großer Triumph bei einem Eintagesrennen
Für Filippo Ganna markiert dieser Erfolg einen bedeutenden Meilenstein in seiner Karriere. Es handelt sich um seinen ersten Sieg bei der Generalprobe für die „Ronde van Vlaanderen“ und überhaupt um den ersten Triumph bei einem größeren Eintagesrennen. Nach 184,6 anspruchsvollen Kilometern von Roeselare nach Waregem, die über sieben Kopfsteinpflasterpassagen und zwölf kleinere Anstiege führten, setzte sich der Italiener im Sprint durch.
„Am Ende habe ich mich wirklich ausgezeichnet gefühlt, und mein Team hat mich massiv unterstützt. Wout hat einen fantastischen Job gemacht, und ihn einzuholen, war alles andere als einfach“, kommentierte Ganna sichtlich emotional im Ziel. „Ich bin überglücklich über diesen Sieg.“
Ausblick auf die Flandern-Rundfahrt
Hinter den beiden Protagonisten komplettierte der Norweger Sören Waerenskjold vom Team Uno-X Mobility das Podest auf Rang drei. Die 80. Ausgabe von „Dwars door Vlaanderen“ lieferte damit einen spannenden Vorgeschmack auf das kommende Wochenende.
Am Sonntag wird die Konkurrenz bei der Flandern-Rundfahrt deutlich größer ausfallen. Neben dem amtierenden Weltmeister Tadej Pogacar werden auch die Topstars Mathieu van der Poel und Remco Evenepoel vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe an den Start gehen. Die Radsportfans dürfen sich auf weitere hochkarätige Duelle freuen.



