Olympiasieger Thomas Pidcock stürzt bei Katalonien-Rundfahrt in Schlucht - Team bekommt nichts mit
Bei der fünften Etappe der Katalonien-Rundfahrt hat sich ein spektakulärer und gefährlicher Unfall ereignet, der zunächst völlig unbemerkt blieb. Der britische Radprofi und Doppel-Olympiasieger Thomas Pidcock stürzte während der Abfahrt abseits der Kameras in eine Schlucht. Das Besondere an diesem Vorfall: Weder sein Team Q36.5 Pro Cycling noch andere Fahrer oder Offizielle bemerkten den Sturz des Spitzenathleten.
Sturz ohne Zeugen - Pidcock musste sich selbst helfen
„Ich hatte großes Glück, dass ich über Funk sprechen konnte. Ich war weit von der Straße entfernt, und niemand wusste, dass ich dort war“, berichtete Pidcock später in seiner Instagram-Story. Der 26-jährige Fahrer beschrieb die Situation als besonders heikel, da er sich in einem abgelegenen Bereich befand und zunächst keine Hilfe in Sicht war.
Der Olympiasieger von 2021 und 2024 im Mountainbike-Cross-Country konnte sich aus eigener Kraft aus der misslichen Lage befreien. Er kehrte selbstständig zur Straße zurück, wechselte sein beschädigtes Rad und setzte die Etappe fort. Allerdings erreichte er das Ziel mit einem erheblichen Rückstand von fast dreißig Minuten.
Wie es zu dem spektakulären Sturz kam
Pidcock erklärte im Nachhinein die genauen Umstände des Unfalls: „Ich habe während der Abfahrt getrunken und eine Kurve falsch eingeschätzt. Ich bin zu weit gefahren und in die Schlucht gestürzt. Es war wie einer dieser schrecklichen Stürze, die man so sieht, aber ich habe großes Glück, dass ich unverletzt bin.“
Erste medizinische Untersuchungen direkt nach dem Sturz ergaben zunächst keine schwerwiegenden Verletzungen, sodass Pidcock seinen Start am nächsten Tag zunächst offen ließ. Doch über Nacht verschlechterte sich die Situation unerwartet, was einen Start am Samstag unmöglich machte.
Überraschende Verschlechterung über Nacht
„Mein Knie ist ziemlich geschwollen“, sagte Pidcock am nächsten Tag. „Gestern hat mir mein Knie noch gar nicht wirklich wehgetan, es war mehr mein Handgelenk und mein Oberkörper.“ Der Radprofi beschrieb, dass sein Knie über Nacht „wie ein Ballon“ angeschwollen sei.
Trotz der schmerzhaften Erfahrung bewahrte Pidcock seinen Humor. „Das Nervigste ist, dass es nicht gefilmt wurde. Wenn du stürzt, solltest du es zumindest auf Video haben. Aber c’est la vie“, scherzte der Brite und bezeichnete sich selbst als „Ninja-Crasher“.
Glück im Unglück für den Spitzenathleten
Die Tatsache, dass der Sturz ohne Zeugen und fernab der Kameras stattfand, macht den Vorfall besonders bemerkenswert. In einer Sportart, die normalerweise intensiv von Kameras begleitet wird, entging dieser spektakuläre Unfall der öffentlichen Aufmerksamkeit. Pidcocks Fähigkeit, sich selbst zu helfen und den Kontakt über Funk herzustellen, erwies sich als entscheidend.
Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit bei Radrennen auf, insbesondere in abgelegenen Streckenabschnitten. Pidcocks Erfahrung zeigt, wie schnell sich ein gefährlicher Unfall ereignen kann, der von niemandem bemerkt wird. Für den Olympiasieger bleibt es ein glücklicher Ausgang einer potenziell lebensgefährlichen Situation.



