Uckermärkerin erinnert sich: Als Täve Schur ihr Herz Purzelbäume schlagen ließ
Vor kurzem feierte die Radsportlegende Gustav-Adolf Schur, im Volksmund liebevoll „Täve“ genannt, seinen 95. Geburtstag. Dieses Ereignis hat in der Uckermark besondere Erinnerungen wachgerufen, insbesondere bei Iris Fenrich, die ihre bewegenden Begegnungen mit dem DDR-Radrennstar aus ihrer Jugendzeit schildert.
Begegnungen auf dem Schulweg
„Mich hat dieser Beitrag an meine Jugend erinnert“, erzählt Iris Fenrich, nachdem sie einen Artikel über die Gratulationen Templiner Radsportler an Schur gelesen hatte. „Täve studierte in den 1950er Jahren an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport in Leipzig. Von dort aus führten ihn seine Trainingsfahrten oft durch unser Dorf in Richtung Merseburg.“
Die Uckermärkerin erinnert sich lebhaft: „Wenn wir von der Schule aus nach Hause gingen, begegneten wir ihm und seinen Trainingspartnern häufig. Wir jubelten ihnen zu und riefen ‚Täve, Täve‘. Wenn er dann immer den Arm zum Gruß hob und uns zuwinkte, waren wir stolz und glücklich.“
Herzklopfen und besondere Momente
Manchmal seien die Begegnungen noch intimer gewesen. „Es kam sogar vor, dass nur wir beide einander entgegenkamen und uns zuwinkten. Ich war damals 14 Jahre alt und mein Herz schlug in diesen Momenten Purzelbäume!“, so Fenrich mit einem Lächeln. Diese Erlebnisse prägten sich tief in ihr Gedächtnis ein und sind bis heute ein kostbarer Schatz ihrer Jugend.
Wenig später hing ein Plakat mit dem Porträt des Radsportlers am Hoftor ihres Onkels. „Es gefiel meinem jüngeren Bruder und mir besonders gut. Wir planten, eine Kamera zu kaufen, um es zu fotografieren.“
Der Weg zur Kamera und weitere Erinnerungen
Das Geld dafür verdienten sich beide beim Rübenziehen. „Die notwendigen 25 Mark für eine ‚Perfekta‘ hatten wir schnell zusammen, und da ich regelmäßig einmal pro Woche in die Kreisstadt zur Musikschule fuhr, durfte ich sie kaufen“, berichtet Fenrich. Allerdings habe sich das Plakat zu diesem Zeitpunkt wetterbedingt schon in einem Zustand befunden, der leider kein schönes Foto mehr zuließ.
„Zur Friedensfahrt kam der Apparat dann doch noch zum Einsatz – wenn er auch bei der Schnelligkeit der Rennfahrer nicht mithalten konnte.“ Wenige Jahre später habe ihr Bruder als begeisterter Radrennfahrer Täve mehrmals beim Training getroffen. „Aber die Zeit hatte da schon anderes mit meinem Bruder vor, sodass es nur eine Episode in seinem weiteren Leben blieb.“
Diese Geschichten von damals zeigen, wie sehr Gustav-Adolf Schur nicht nur als Sportler, sondern auch als Person die Herzen der Menschen in der Uckermark berührte. Iris Fenrichs Erzählungen sind ein lebendiges Zeugnis einer Zeit, in der kleine Gesten große Emotionen auslösen konnten.



