Schwimm-Olympiasieger Märtens äußert sich zur Rückkehr russischer Sportler
Märtens zur Rückkehr russischer Schwimmer

Schwimm-Olympiasieger Märtens äußert sich zur Rückkehr russischer Sportler

In der vergangenen Woche sorgte eine Mitteilung des Schwimm-Weltverbands World Aquatics für erhebliche Aufmerksamkeit. Nun hat sich der deutsche Olympiasieger Lukas Märtens zu dieser kontroversen Entscheidung geäußert. Der 24-jährige Schwimmer zeigte bei einer Pressekonferenz des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) gewisses Verständnis für die Rückkehr russischer und belarussischer Athleten zu internationalen Wettkämpfen.

Märtens betont Chancen für unpolitische Athleten

„Für mich ist es immer wichtig, dass die Leute, die einfach politisch nichts mit dem Thema zu tun haben, mit dem Krieg, trotzdem noch ihre Chance bekommen, zu schwimmen“, erklärte der Magdeburger. Der Olympiasieger und Weltrekordhalter über 400 Meter Freistil verwies dabei auf die aktuelle weltpolitische Lage und fügte hinzu: „Ich finde, wenn man da jetzt alle Athleten wirklich immer sperrt, wo die Länder in irgendwelche Kriege verwickelt sind, dann wird’s irgendwann sehr dünn werden.“

Märtens wies darauf hin, dass gerade weitere Konflikte im Gange seien und betonte: „Wenn wir so weitermachen, werden wir irgendwann vielleicht mit vier Ländern da aufkreuzen. Das wollen wir auch nicht. Das ist auch kein Sport mehr, finde ich.“

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Komplexe Bewertung der Weltverbandsentscheidung

Der Schwimmstar hob jedoch hervor, wie kompliziert die Bewertung dieser Entscheidung sei. „Es ist ein schwieriges Thema, mit dem ich mich vielleicht zu gegebener Zeit nochmal richtig befasse oder mich persönlich da schlaumache, was für mich die richtige Entscheidung letztendlich wäre“, sagte Märtens. Er ergänzte nachdenklich: „Aber man kann das nicht auf Dauer machen, finde ich.“

Die Äußerungen des Olympiasiegers beziehen sich auf eine jüngste Entscheidung von World Aquatics. Demnach dürfen russische und belarussische Schwimmer trotz des andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wieder offiziell für ihr Land an internationalen Wettbewerben teilnehmen.

Neutrale Flagge wird aufgehoben

Entsprechende nationale Symbole sind nun wieder erlaubt:

  • Flaggen der Herkunftsländer
  • Nationale Symbole auf der Sportkleidung
  • Landeshymnen bei Siegerehrungen

Bei Athletinnen und Athleten im Juniorenbereich galt diese Regelung bereits zuvor. Nun wurde sie auch auf erwachsene Sportler ausgeweitet. Bereits bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Singapur waren einige russische und belarussische Schwimmer, die eine bestimmte Zulassungsprozedur durchlaufen hatten, wieder am Start gewesen. Damals mussten sie allerdings noch unter neutraler Flagge antreten.

Die Rückkehr der Sportler aus Russland und Belarus sorgt in der Schwimmwelt für kontroverse Diskussionen. Während einige Verständnis für Athleten zeigen, die persönlich nichts mit dem Krieg zu tun haben, kritisieren andere die Entscheidung als politisch problematisch. Lukas Märtens positioniert sich damit in einer Debatte, die weit über den Sport hinausreicht und grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Politik und internationalem Wettkampf aufwirft.

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